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Das Verlassene Lamm (Matthäus Passion, Teil 2)

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Mt, 26, 47-75
Als Jesus noch redete, -siehe da kam er
Judas, einer des Zwölf - voll des Verrats
umgeben Mit Schwertern und Stangen, ein Kriegsheer
begleitet von Vertretern des Hohen Rats
“Welchen ich küsse, der ist’s, den greift!”
so nannte der Verräter ihnen sein Zeichen
Mit seinen Lippen die Wangen des Meisters er streift
Das alles lässt Jesu Worte nicht weichen
“Mein Freund, dazu bist du gekommen ?”
sprach Jesus von irren Soldaten umringt
Bald hätten sie ihn gefangen genommen
Da plötzlich Petrus dazwischen dringt
Er zieht sein Schwert und schlägt zu
Trifft das Ohr eines Knechtes mit einem Hieb
Der Meister hält ihn auf in diesem Nu
damit er nicht weiter das Schwert herumtrieb.
“Denn Wer das Schwert nimmt in seine Hand
der wird durchs Schwert auch ums Leben kommen
Sind nicht Legionen Engel in meinem Land?
Die - riefe ich sie - würden zum Kämpfen herkommen?
“Wie erfüllt sich dann aber des Vaters Wort?
das sagt, Dass all dies muss geschehen?”
Zur Kriegsschar sprach er an diesem Ort”
“Wolltet ihr in mir einen Räuber sehen?”
“Habe ich doch täglich gelehrt und gesessen
im Tempel frei, ohne jemand zu drohen
Und ihr habt mich doch nicht ergriffen indessen?”
- Da verließen ihn alle Jünger und flohen
Die aber Jesus nahmen gefangen
führten ihn hin zu dem Priester dem Hohen
Der Rat dort versammelt mit Rache Verlangen
Wollte mit Tode dem Christus nun Drohen
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Petrus derweil- nahm Platz bei den Knechten
Wollte sehen, was aus dem Gerichte wird
Währen sie richteten den Gerechten
eine Aussage suchten, die falsch ist und irrt
Doch fanden sie lange kein passendes Zeugnis
Obwohl Zeugen auftraten voll Lügen
Bis zuletzt Zweien kam ins Gedächtnis
“Er wollte den Tempel zerstören” - kann das genügen?
Der Priester stand auf und sprach zu dem Herrn
Antwortest du nicht ? Etwa Schweigest du?
Doch Jesus schwieg still, macht keinen Lärm
Da fügt der Verhörer beschwörende Wörter hinzu:
“Sage die Wahrheit, verschweige es nicht?
Bist du Christus , in seiner Person
Sprich, ja ich beschwöre dich!”
“Ja,” sagt Christus,” Ich bin Gottes Sohn”
“Doch sage ich euch. - den Menschensohn
werdet ihr sehen zur Rechten von Gottes Kraft
Kommend den Wolken , vom Himmelsthron”
Dies Wort nun Jesus das Urteil verschafft
Der oberste Priester zerriss seine Kleider und sprach:
“Gelästert hat er Menschen und Gott!
Wie kann unser Urteil nur sein demnach?
“Schuldig des Todes” - tönt es mit Spott.
Da schlugen sie ihn und spuckten ihn an
Sie verbanden ihn dann die Augen
“Wer schlug zu, sage uns an
Die Worte eines Propheten müssen was taugen”
Petrus derweil Im Hof sitzt er, draußen
Da tritt eine Magd zu ihm, sie spricht
“Du warst auch mit diesem Jesus von außen”
Er aber leugnete: “Nein, ich war es nicht”
Er ging weiter in eine Halle,
da spricht ihn ein anderer an
“Dieser war mit Jesus ” -hört es alle
Er aber leugnete: “Ich weiß nichts von diesem Mann!”
Es vergeht eine Weile, und er wartet weiter
da stehen nun andere, die zu ihm sprechen
“Wie Jesus spricht du, er ist sicher dein Leiter
"Ich war niemals mit ihm” hören wir Petrus verspechen
Da krähte der Hahn - Oh banger Schrei, so kahl
Da dachte Petrus an des Meisters Wort
Vor dem Krähen wirst du mich verleugnen dreimal.
Er ging bitterlich weinend hinaus auf einen anderen Ort.
So wurde Gottes Lamm vergessen, verlassen
Zum Gerichte geführt durch die, die es hassen.
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