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Finale

Der rote Faden  •  Sermon  •  Submitted   •  48:37
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1. Der Heilige Geist hilft, die Bibel zu verstehen 2. Der rote Faden in der Offenbarung - Blick hinter die Kulissen 3. Tiefenbohrung 1 Endzeit: Angst oder Hoffnung? [kein Endzeit-Fahrplan] 4. Tiefenbohrung 2 Echt oder Fake? Lobpreis des Tieres und Lobpreis des Lammes: Mission und Einheit mit Jesus Vertiefung Gruppen

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Notes
Transcript

Den Blick schärfen [hermeneutischer Impuls] die Hilfe des Heiligen Geistes!

5 Minuten
Wir haben bisher einige wichtige Impulse bekommen, um die Bibel beim Lesen besser zu verstehen.
Flipchart:
1. Roter Faden (fortlaufend)
2. EVA-Prinzip
3. Bibel mit Bibel
4. Heiliger Geist
Achte auf den roten Faden der Bibel. Auf die fortlaufende Offenbarung der Geschichte Gottes. Wenn wir uns heute an das Buch der Offenbarung, das letzte in der Bibel, machen, dann bedeutet der hermeneutische Impuls hier: in der Offenbarung sammelt sich die ganze Geschichte Gottes und kommt zum Höhepunkt und Abschluss. Abschluss der Schöpfung, Abschluss der Achse des Bösen, Abschluss der Blutlinie der Erlösung und Versöhnung, Abschluss der Herrschaft von Jesus, Abschluss von Gottes Bund und Gottes Volk...
Lies die Bibel nach dem EVA-Prinzip. Mach dir zuerst die Mühe, zu entdecken, was eigentlich wirklich hier steht. Bevor du eine Interpretation machst und es auf unsere Zeit anwendest. Mir ist zum Beispiel beim x.-Mal lesen in der Offenbarung aufgefallen, dass der kurze Abschnitt, wo das 1000-jährige Reich beschrieben wird (Off 20,1-6) davon spricht, dass nur die Märyrer, die für ihren Glauben an Jesus getötet worden sind, als Auferstandene mit Christus 1000 Jahre regieren. Alle anderen Toten nicht. Kann gut sein, dass das unser Verständnis vom sogenannten 1000-jährigen Reich auf den Kopf stellt. Es regieren nur die auferstandenen Märyrer mit Jesus. Das EVA-Prinzip hilft uns, vorgefasste Meinungen und Ideen anhand dem, was wirklich hier steht, zu prüfen.
Erkläre die Bibel mit der Bibel. Es gibt durch die ganze Bibel hindurch immer wieder prophetische und apokalyptische Aussagen. Bei Jesaja - die Vision des Thronsaals Gottes (Jes 6), bei Hesekiel - seine Schau der Erweckung von Skeletten und der Wiederherstellung von Tempel und Land (Hes 37-48), bei Daniel - der Traum vom Standbild, von den Tieren, vom kosmischen Kampf Michaels gegen den dämonischen Fürsten von Babylon (Dan 3; 7-12). All das klingt in der Offenbarung an. Und noch viel mehr. 1 Mose - die sieben Tage der Schöpfung und der Sündenfall, die Schlange und die Verführung. 2 Mose - die 10 Plagen gegen Ägypten, das Passalamm. Es ist absolut notwendig, dass wir diese Geschichten kennen, um das Buch der Offenbarung zu verstehen.
Lasst mich einen weiteren Impuls anfügen: Der Heilige Geist schliesst uns die Worte der Bibel auf.
Jesus sagte seinen Jüngern, kurz bevor er sterben und auferstehen sollte:
Doch, wenn der Vater den Ratgeber als meinen Stellvertreter schickt - und damit meine ich den Heiligen Geist -, wird er euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Johannes 14,26 nlb
Das heisst nicht, dass uns der Geist Gottes geheime Bedeutungen der Bibel offenbart. Sondern es bedeutet, dass die Jünger damals fürs Verkündigen und Schreiben der Bibel - und wir heute beim Lesen, Verstehen und Verkündigen der Bibel, die Inspiration des Heiligen Geistes brauchen.
Was will der Heilige Geist? Er ist wie ein Scheinwerfer, der auf unsere eigene Blindheit, Bedürftigkeit und Sündhaftigkeit deutet. Der unsere Herzen offenlegt. Und der dann mit seiner ganzen Scheinwerferkraft auf Jesus leuchtet.
Wenn ich die Offenbarung lese oder höre, dann juble ich innerlich jedesmal auf, wenn über Jesus und seinen Sieg als geschlachtetes Lamm geschrieben ist. Das ist der Heilige Geist! Der Heilige Geist fördert eine gesunde Lehre - und nicht eine überhebliche, besserwisserische Lehre. Die gesunde Lehre zeigt sich darin, dass wir zu Liebe befähigt werden - mit einem reinen Herzen, einem guten Gewissen und aufrichtigem Glauben (1 Tim 1,5).
Wir sind bereit für den roten Faden durch das Buch der Offenbarung:

FINALE - der Blick hinter die Kulissen [roter Faden erzählt]

20 Minuten
Worauf fokussieren wir uns?
Schaut dieses Bild an. Ich sehe die Blumen, das Erntefeld. Ich könnte auch die Wolken sehen. Oder den einsamen Baum, der dem Sturm trotzt. Aber ich entscheide mich, die Blumen und die Ernte zu sehen.
Das ist der Sinn der Offenbarung.
Sie ist geschrieben an Christen im Sturm. Johannes, der Autor schreibt selbst:
Offenbarung 1,9 LU
Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse an der Bedrängnis und am Reich und an der Geduld in Jesus, war auf der Insel, die Patmos heißt, um des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu willen.
Patmos war eine Gefangeneninsel. Im Film “Apokalypse” aus der Serie “Die Bibel” wird das Gefangenenlager sehr eindrücklich dargestellt. Und auch die Verfolgung, welche die Christen im Römischen Reich am Ende des 1. Jahrhunderts ertragen mussten.
Die Christen waren versucht, auf die dunklen Wolken zu sehen. Einige wurden wegen ihrem Glauben hingerichtet - Märtyrer. Es war nicht, weil sie an Jesus glaubten. Sondern weil sie wegen Jesus nicht den Kaiser in Rom als Gott verehrten. Den meisten anderen Religionen war das egal. Sie sagten: “Nehmen wir doch noch den Kaiser dazu und verehren ihn auch.” Aber die Christen und die Juden konnten das nicht. “Du sollst keine anderen Götter neben mir haben” heisst es im ersten Gebot. Und das galt für sie. Darum wurden sie besonders verfolgt. Aber Johannes, er war einer der zwölf Jünger, bekam eine Offenbarung direkt von Jesus. Mit dem ganzen Bild: ja, da sind Wolken, ja, da steht mein Volk im Sturm. Aber auch: ja, da blüht es! Da ist eine reiche Ernte bereit!
Die Offenbarung hebt den Vorhang und lässt uns etwas mehr von Gottes Blickrichtung erhaschen. Sie ist ein Augenöffner. Ein Trostbuch für Verfolgte. Ein Buch der Hoffnung und der Gerechtigkeit. Ein Buch, welches die Verhältnisse klärt: wer ist der wirkliche Sieger: der Böse oder Jesus? Ein Buch, das vollgespickt ist mit Lobpreis für den Allmächtigen Gott und im Besonderen für Jesus. Jesus nimmt in der Offenbarung verschiedene Gestalten an: mal ist er der mächtige Krieger mit den leuchtenden Augen und dem Schwert aus dem Mund. Mal ist er der Löwe aus dem Stamm Juda. Mal ist er das Lamm, das geschlachtet ist, aber lebt, die sieben Siegel öffnet, seinen “Zorn des Lammes” über das Böse in der Welt ausschüttet.
Die Offenbarung lehrt uns beten in Not. Sie lehrt uns anbeten. Sie ist kein Buch, das Angst machen will, sondern Angst nehmen will. Ein Buch, das zuerst an sieben Gemeinden des ersten Jahrhunderts nach Christus geschrieben worden ist und für sie bereits vollste Bedeutung hatte. Und ein Buch, das an alle Christen aller Zeiten geschrieben ist. Ein Buch für uns - und für die, welche nach uns auf dieser Erde dem Herrn Jesus nachfolgen werden, sofern Jesus selbst dieser Zeit hier nicht vorher ein Ende macht durch seine Wiederkunft.

1. Brief an sieben Gemeinden (Off 1-3)

Es war ein Sonntag, als Johannes auf Patmos einen gewaltigen Blick hinter die Kulissen machen durfte.
Er sah Jesus - in leuchtender Gestalt. Er sah sieben goldene Leuchter - das bedeutet sieben Gemeinden. Und er sah sieben Sterne in der hand von Jesus - das sind die Leiter oder Engel dieser sieben Gemeinden.
Als erstes diktiert Jesus dem Johannes für jede der sieben Gemeinden einen eigenen Brief, die sogenannten sieben Sendschreiben. So wie das erste Buch Mose mit sieben Schöpfungstagen beginnt, so beginnt die Offenbarung mit sieben Gemeinden.
Illustration: Flipchart mit Pyramide
Der ersten und letzten Gemeinde deckt er ihre Selbstgenügsamkeit auf. Ephesus ist rechtgläubig selbstgefällig. Laodizea ist meteriell selbstgefällig. Die Aufforderung für beide Gemeinden: KEHRE UM!
Die zweite und sechste Gemeinde leiden stark unter Vefolgung von falschen Juden und Satan. Aber beide Gemeinden haben bereits einen SIEGESKRANZ. Smyrna ruft Jesus zu: Bleibe treu bis zum Tod! Und Philadelphia ruft er zu: Halte fest, was du hast!
Der dritten und fünften Gemeinde wird gesagt: Kehre um, SONST KOMMT JESUS ZUM GERICHT ÜBER EUCH! Das Problem? Pergamon ist tolerant gegenüber Irrlehren. Und Sardes hat nur noch wenige Leute, die rein sind.
Die vierte Gemeinde - in der Mitte - ist gebeutelt von einer Irrlehre. Isebel, eine falsche Prophetin, verführt viele. Hier - in der Mitte der Sendschreiben - steht eine Offenbarung über Jesus:
Alle Gemeinden werden wissen, dass ich der bin, der die Gedanken und Absichten eines jeden Menschen kennt. Und ich werde jedem von euch geben, was er verdient. Off 2,23 nlb

2. Vorhang auf: das Lamm und die 7 Siegel (Off 4,1-8,1)

In Offenbarung 4-5 blickt Johannes in den himmlischen Thronsaal. Er sieht 4 Engelwesen, 24 Älteste (was für die 12 Stämme Israels und die 12 Apostel von Jesus steht - also die Vollzahl von Gottes Volk). Er sieht einen Thron, darauf jemand strahlend Weisse. Er sieht Feuerfackeln. Und vieles wird ihm erklärt.
Dann sieht er diese Schriftrolle mit sieben Siegeln. Johannes weint, weil offenbar niemand diese Siegel öffnen kann. Einer der Ältesten sagt: “Doch, es gibt einen, der diese sieben Siegel öffnen kann. Der Löwe aus dem Stamm Juda!” Er hört’s und blickt sich um - und wen sieht er? Keinen Löwen, sondern ein Lamm, das geschlachtet ist.
Dieses Lamm - es stimmt beides: er ist der königliche Nachfolger aus dem Stamm Juda (König David war auch aus Juda) - und er ist das Opferlamm Gottes - dieses Lamm wird angebetet. Johannes schreibt diese ganzen Anbetungslieder auf. Wow!
Dann öffnet das Lamm die ersten vier Siegel (Off 6). Die vier apokalyptischen Reiter tauchen auf und bringen Triumph, Krieg, Hunger und Tod.
Das fünfte Siegel wird geöffnet. Die Märtyrer schreien nach Gerechtigkeit.
Das sechste Siegel beschreibt den “Tag des Zornes Gottes” mit Erdbeben, fallenden Sternen.
Dann hört Johannes einen Engel sagen: Zerstört nicht Land und Meer und Bäume - bis die Diener Gottes das Siegel von Gott erhalten. Es seien 144’000 Diener Gottes, die das Siegel von Gott erhalten sollen. 12x12x1000 - also Vollzahl von Gottes Volk in grosser Menge. Das hört Johannes.
Was er sieht, bläst ihm den Atem weg. Eine unzählbare Menschenmenge aus allen Nationen, Stämmen, Sprachgruppen… stehen vor dem himmlischen Thron und vor dem Lamm und beten an. Das sind die Menschen, die trotz Bedrängnis am Glauben an Jesus festgehalten haben. Sie sind rein durch das Blut des Lammes. (Off 7)
Das siebte Siegel wird geöffnet. Jetzt wird alles ganz ruhig. Und die nächste Siebner-Gruppe macht sich bereit:

3. Posaunen-Signale und kraftvolle Zeugen (Off 8-11)

Engel blasen Posaunen. Was geschieht, erinnert total an die 10 Plagen damals in Ägypten: Blut, Heuschrecken, Dunkelheit. Das Resultat der ersten sechs Posaunen:
Die Menschen dachten dennoch nicht daran, von ihrem falschen Weg umzukehren… siehe Off 9,20-21
Bevor die siebte Posaune erschallt, wird Johannes gebeten, eine Schriftrolle zu essen. Das musste auch der Prophet Hesekiel. Es bedeutet: die Botschaft von Gott verinnerlichen, um sie verkündigen zu können. Dies liegt Johannes aber bitter auf dem Magen.
Johannes soll dann den Tempel ausmessen. Dasselbe wird auch im Buch Sacharja erzählt. Es bedeutet: Gott legt seinen Massstab an. Der Tempel ist ja der Ort, wo Gott seinem Volk begegnet. Im Neuen Testament - und die Offenbarung gehört dazu - stellt die Gemeinde den Tempel Gottes dar - ein Tempel aus lauter Gläubigen.
Zwei besondere Propheten werden in der Stadt des Tempels umgebracht, erleben aber eine Auferstehung. Wer auch immer das ist oder war oder sein wird, das Resultat dieses Wunders ist:
Wer nicht stirbt, erschrickt voller Angst und ehrt den Gott des Himmels. Off 11,13b
Der Zeugenmut der Gläubigen hat Wirkung!
Die siebte Posaune triumphiert: die ganze Erde wird zum Reich von Christus - und er wird ewig herrschen! Dann wird wieder der Tag von Gottes Zorn beschrieben: Gericht der Toten, Belohnung für die, welche zum Herrn gehören, Vernichtung für die, welche Vernichtung über die Erde gebracht haben.

4. Tierische Zeichen und die Armee des Lammes (Off 12-14)

Johannes sieht eine Frau am Himmel auftauchen. Ihre zwölf Sterne auf dem Kopf weisen sie als das Volk Gottes aus. Sie steht kurz vor der Geburt ihres Kindes.
Ein Drache taucht auf und verfolgt sie, um das Kind zu verschlingen. Das Kind wird geboren - es soll alle Völker mit eisernem Stab regieren (ein Bild für den Messias, Psalm 2,9) - aber dieses Kind wird zu Gott hinaufgenommen.
Die Frau flieht, wird verfolgt, aber erlebt Schutz. Der Drache - mittlerweile auf die Erde geworfen - wendet sich mit grosser Wut an die andern Kinder dieser Frau. Wer sind diese Kinder?
Alle, die Gottes Gebote halten und bekennen, dass sie zu Christus gehören. Off 12,17
Das erklärt die Christenverfolgung! Hinter all der Gewalt, welche gläubigen Menschen zugefügt wird, steckt ein Feind, ein Antreiber zum Bösen: Satan.
Zum Drachen kommen zwei Tiere dazu. Tiere sah schon der Prophet Daniel. Sie stehen für Herrschaften, Könige oder Königreiche.
Das erste Tier kommt aus dem Meer und verlangt, angebetet zu werden. (Genau das machte im Buch Daniel König Nebukadnezar und im 1.Jahrhundert der römische Kaiser Domitian auch).
Das zweite Tier kommt aus der Erde und wird zum falschen Propheten für das Tier. Es verlangt, dass die Menschen ihre Anbetung des Tieres dadurch zum Ausdruck bringen, dass sie “das Zeichen des Tieres” an Stirne oder der rechten Hand tragen - Denken und Handeln (Off 13): entweder der Name des Tieres oder der Zahlenwert dieses Tieres, nämlich 666. Man rechnete nämlich den Buchstaben Zahlenwerte zu und konnte die dann zusammenzählen. So ergibt zum Beispiel der Begriff “Kaiser Nero” in hebräischer Schrift geschrieben genau die Zahl 666.
Johannes sieht nun ein krasses Gegenbild: Das Lamm und mit ihm die 144’000 aus Kapitel 7. Auf den Stirnen dieser Leute steht der Name des Lammes und des Vaters geschrieben. Sie haben auch ein Zeichen. Aber das Zeichen des Lammes. Wir wissen, dass der Heilige Geist auf alle Gläubigen kommt und er ist das Siegel Gottes auf uns.
Johannes hört weitere Botschaften - es werden neue Bilder geöffnet. Aber dann folgt der Tag des Zornes Gottes. Zuerst wird die Erde abgeerntet - ein Bild für die Sammlung der Gläubigen. Dann werden die Früchte der Welt in der Weinpresse von Gottes Zorn ausgepresst. Ein Bild für das letzte Gericht.
Wir sind erst in Kapitel 14 und der Tag von Gottes Zorn, der Tag des Gerichtes ist schon dreimal vorgekommen. Wir sehen, dass die Offenbarung nicht einen exakten Fahrplan verfolgt, sondern immer wieder dieselben Themen neu beleuchtet.

5. Zornschalen, zwei gegensätzliche Frauen (Off 15,1-19,10)

Sieben Engel machen sich bereit. Es geht gleich weiter mit Plagen, die an die 10 Plagen in Ägypten erinnern.
Aber sieht Johannes wieder etwas Eindrückliches: alle Menschen, die über das Tier, über sein Standbild und über die Zahl seines Namens gesiegt hatten. Sie haben Harfen (oder Gitarren?) in der Hand und singen das Lied von Mose und das Lied vom Lamm: “Gross und wunderbar sind all deine Taten, Herr, Gott, Allmächtiger! … alle Völker werden dich anbeten, denn deine gerechten Taten sind sichtbar geworden!” (Off 15,3-4)
Die sieben Schalen voller Zorn werden auf die Erde ausgeschüttet: Finsternis, Geschwüre, Hagel… die Völker bauen sich zu einer grossen Schlacht auf, an einem Ort namens Harmagedon. Aber zur Schlacht selbst kommt es nicht: die siebte Zorn-Schale beendet diese Szene mit einer weiteren Beschreibung vom Tag des Zornes Gottes.
Die siebte Schale macht eigentlich klar, dass die grosse Stadt Babylon gespalten und zerstört wird. Babylon - das kennen wir aus dem roten Faden - kommt in der Bibel immer wieder vor und steht für die menschliche Anmassung, den Grössenwahn, die Unabhängigkeit von Gott.
Einer der Engel mit den Schalen spricht Johannes aber an und sagt: “Komm, ich werde dir das Gericht über die grosse Hure zeigen...” (Off 17,1) - und diese Frau sitzt auf einem Tier, ist betrunken vom Blut der Märtyrer - und heisst: “Babylon, die Grosse, die Mutter aller Huren und aller Abscheulichkeiten auf der Erde.”
Diese Hure Babylon hat Macht, aber dann wird sie gestürzt. Eine Stimme ruft:
Kommt fort von ihr, mein Volk. Beteiligt euch nicht an ihren Sünden, sonst werdet ihr mit ihr bestraft. Off 18,4
Im Himmel gibt es Jubelrufe. “Halleluja, die Rettung kommt von unserem Gott. Seine Urteile sind wahr. Er hat die grosse Hure bestraft...” (Off 19,1-2)
Und dann wird im Lobpreis eine andere Frau angekündigt:
Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihn ehren. Denn die Zeit für das Hochzeitsmahl des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich vorbereitet. Sie darf sich in strahlend weisses Leinen kleiden. Denn das strahlende Leinen steht für die guten Taten der Menschen, die zu Gott gehören. Off 19,7-8 nlb
Wir werden über diese “Braut des Lammes” noch mehr erfahren.

6. Kampf, Herrschaft, Gericht und das NEUE (Off 19,11-22,21)

Johannes sieht den Himmel offen. Er sieht Jesus. Aber nicht als Lamm. Sondern als Reiter auf einem weissen Pferd. Gekrönt mit vielen Kronen. Gefolgt von einer riesigen Armee. Er ist der, welcher mit dem eisernen Stab Völker regiert. Er ist der, welcher die Weinpresse von Gottes Zorn betätigt (Off 19,15)
Es kommt zum Kampf: das Tier und seine Heere kämpft gegen den Reiter auf dem weissen Pferd. Jesus siegt. Das Tier und der falsche Prophet, das zweite Tier, werden in den feurigen See geworfen.
Ein Engel kommt vom Himmel und packt nun den Drachen. Er legt ihn in Ketten und sperrt ihn für 1000 Jahre ein.
Dann sieht Johannes viele Throne für Menschen, die Gericht halten werden. Die Märtyrer für Jesus wurden lebendig und herrschten 1000 Jahre mit Christus.
Nach 1000 Jahren wird Satan aus dem Gefängnis gelassen. Er organisiert einen neuen Krieg gegen Gottes Volk und die geliebte Stadt. Aber Feuer vom Himmel vernichtet seine Armee. Satan wurde zu den anderen beiden in den feurigen See geworfen.
Dann sieht Johannes einen grossen, weissen Thron. Alle Toten kommen vor diesen Thron und werden gerichtet. Es ist alles aus ihrem Leben in Bücher geschrieben. Aber ganz entscheidend ist das Buch des Lebens. Wessen Name nicht in diesem Buch steht, wurde ebenfalls in den feurigen See geworfen. Auch der Tod selber und das Totenreich landen im feurigen See. Das ist der zweite Tod.
Und jetzt sieht Johannes einen neuen Himmel und eine neue Erde. Eine Stadt kommt von Himmel herab. Das neue Jerusalem. So schön, wie eine Braut. Und Gottes Stimme sagt: “Das ist die Wohnung Gottes bei den Menschen.... Ja, ich mache alles neu!” (Off 21,4-5)
Einer der sieben Engel mit den Schalen, sagt zu Johannes: “Komm mit mir, ich zeige dir die Braut, die Frau des Lammes.” (Off 21,9) Auf einem hohen Berg sieht Johannes jetzt die Stadt, die aus dem Himmel herabkam. Sie ist voller wertvoller Steine und Gold. 12 Tore, wo die 12 Namen der Stämme Israels stehen. 12 Grundsteine, wo die Namen der 12 Apostel des Lammes stehen. Ein Engel misst jetzt diese Stadt aus - wie Johannes früher den Tempel. Aber hier ist kein Tempel mehr, “denn der Herr, Gott, der Allmächtige, und das Lamm sind ihr Tempel” (Off 21,22)
Völker der Erde leben im Licht des neuen Jerusalem. Es gibt einen reinen Fluss. Und auf jeder Seite steht ein Baum des Lebens - von dem damals Adam und Eva weggeschickt worden sind.
Johannes schliesst seine Offenbarung. Jesus kommt bald. Glücklich, wenn wir gewaschen sind und Bürger im neuen Jerusalem sind. Die Einladung gilt: “Komm! Wer durstig ist, der komme. Wer will, soll kommen und umsonst vom Wasser des Lebens trinken!” (Off 22,17)
Der Schluss erinnert wieder an einen neutestamentlichen Brief - so hat Johannes ja die Offenbarung auch angefangen:
Die Gnade des Herrn Jesus soll euch begleiten! Off 22,21
5 Min für 2 Tiefenbohrungen

1. Tiefenbohrung: Endzeit: Angst oder Hoffnung? [kein Endzeit-Fahrplan]

Ich glaube, viele machen den Fehler, die Offenbarung mit der Tageszeitung auslegen zu wollen. Ich glaube auch nicht, dass dieses Buch chiffrierte Inhalte hat, die wir nur über Geheimbotschaften erfahren werden.
Die Offenbarung innerhalb des roten Fadens der ganzen Bibel verstehen, die Bilder mit anderen Bibelstellen ausleuchten - das zeigt schon stark, um was für ein Buch es hier geht.
Ihr habt in meinen Ausführungen auch gemerkt, dass ich in der Offenbarung keinen Endzeitfahrplan sehe. Das machen viele und sind darum auch sehr spezialisiert. Aber: schon nur der Hinweis, dass der Tag von Gottes Zorn immer wieder vorkommt, deutet für mich aber darauf, dass die Offenbarung die ganze Geschichte vom ersten bis zum zweiten Kommen von Jesus immer wieder neu beleuchtet.
Tipp: lest die Offenbarung einmal durch und versucht sie mit den Augen der ersten Leser im 1. Jahrhundert zu lesen, die unter der Verfolgung des römischen Kaisers Domitian litten.
Tipp 2: schaut euch den Film “Apokalypse” aus der Serie “Die Bibel” an. Der hilft euch, die Not der damaligen Christen kennen zu lernen.
Tipp 3: “Das Bibelprojekt” hat einen sagenhaften Überblick über die Offenbarung erstellt. Als Poster und als Erklärvideo, 2x 10 Minuten.

2. Tiefenbohrung: Echt oder Fake? Lobpreis des Tieres und Lobpreis des Lammes: Mission und Einheit mit Jesus

Echt oder Fake - das ist ein echt grosses Thema. Und wir sind sehr herausgefordert. Ängste sind hier: was könnte wohl das Zeichen des Tieres sein? Könnte ich auch abfallen von Gott ?
Die Offenbarung will aber vor allem offenbaren. Zum Beispiel, dass der Drache, das Tier aus dem Meer und das Tier von der Erde wie eine billige Kopie des dreieinigen Gottes sind.
Der Drache blufft den Vater in seiner Macht.
Das erste Tier blufft Jesus. Es will angebetet werden und stellt ein Standbild von sich auf - anstatt dem Kreuz, wo Jesus selbst hängt.
Das zweite Tier blufft den Heiligen Geist. Es verweist auf das erste Tier, wie der Heilige Geist auf Jesus deutet. Es verlangt von den Menschen, das Zeichen des Tieres zu tragen, wie der Heilige Geist das Zeichen des Lammes auf die Gläubigen legt.
Der Lobpreis des Lammes führt aber immer zur Mission, zur Verbindung von Menschen mit Jesus. Am Schluss ist das Echte, die Wahrheit Sieger.
Tipp: Sucht in der Offenbarung nach weiteren billigen Kopien. Aber sucht auch nach den Perlen von Lobpreis, und nach den Kennzeichen von denen, welche die Tiere und das Zeichen besiegen.

Vertiefung

Bibelleseplan
Seiten im “Gottes Geschichte” S.77-85
Das Bibel-Projekt: super Übersicht über die Offenbarung
Einteilung in Gruppen …

Anhang (Leiter-Info)

Mit diesem vierten und letzten Abend kommen wir zum Finale. Die Offenbarung ist – wie es der Name schon sagt – ein Offenbar-Machen von etwas Verborgenem. Es ist ein Blick hinter die Kulissen.
Unser Fokus liegt nicht zuerst auf der Interpretation der verschiedenen Aussagen der Offenbarung. Es geht vielmehr darum, den roten Faden des Offenbarungs-Buches selbst kennen zu lernen. Wir entdecken, dass es eigentlich ein Brief des Johannes an sieben Gemeinden der damaligen Zeit der Verfolgung ist (Off 1,4; 22,21). Wir entdecken, dass es Szenen auf der Erde (Off 1,10-12) und Szenen im Himmel (Off 4,1-2) gibt, die Johannes in Visionen gesehen hat und hier niederschrieb (vgl. auch in Off 7Vers 1 und Vers 9). Wir entdecken viel bildhafte Sprache, die auch schon bei den Propheten des Alten Testaments oder bei Jesus vorkommt. (Bsp. fallende Sterne in Off 6,13f; Jes 34,4; Mk 13,24f – vgl. mit 4.Mo 24,17; Jes 14,12ff; Off 1,20; Off 9,1)
1. Ankommen (Eisbrecher, 10 Minuten)
Stelle eine oder beide der folgenden Fragen:
Frage 1: Wer das letzte Mal dabei war, konnte sich zur Frage «Und jetzt? Was machst du mit dieser Geschichte?» Hat euch dies in den 2 Wochen begleitet? Erzähl davon!
Frage 2: Zwei mögliche Haltungen zum Buch der Offenbarung: 1) «Genau jetzt erfüllt sich vor unseren Augen die Prophetie der Offenbarung; jeder sollte sich damit beschäftigen!» und 2) «Dieses Buch löst mehr Verwirrung aus, als dass es hilft. Wir sollten es nicht zu sehr beachten.» Zu welcher der beiden Haltungen neigst du? Welche Gefühle löst deine Sicht der Offenbarung bei dir aus? Stichworte könnten sein: Hoffnung, Sorgen, Sehnsucht, Neugierde, Zorn, Hilflosigkeit… Hinweis: es geht nicht darum, dass jemand seine Argumente aufzählt. Dafür ist nicht genug Zeit. Lieber sollen alle kurz zu Wort kommen und über ihre Haltung und Gefühle sprechen.
2. Bibelzeit über Offenbarung 5,1-14 (20 Minuten) In Off 5 erzählt Johannes von seiner Vision von Gottes Thronsaal, wie das Lamm die siebenmal versiegelte Schriftrolle zum Öffnen nimmt. Lest den Abschnitt laut durch. Nimm das EVA-Prinzip: Bibeltext zuerst entdecken, dann verstehen, dann anwenden.
Entdecken: Versucht wirklich zuerst nur zu entdecken, was dasteht, ohne es schon zu interpretieren! Wo findet das statt? Was ist die Frage am Anfang (1-2)? Wer spricht mit Johannes (4) – und was sagt er (5)? Wie wird das Lamm beschrieben (6)? Wie oft fällt jemand vor dem Lamm nieder (8.14)? Wie viele Lieder gibt es (9ff. 12. 13b)? Gibt es einen Beitrag der Gläubigen (8b)?
Verstehen: Wo gehört es in der grossen Geschichte Gottes mit den Menschen, der Heilsgeschichte hin (denk an die fortlaufende Offenbarung von Gottes Geschichte: Kreuz und Auferstehung sind bereits geschehen, die Wiederkunft steht noch aus – es ist die Zwischenzeit von Gottes Reich, vom «jetzt schon und noch nicht» - hier ein Blick in den Himmel… Total ermutigend für die verfolgte Gemeinde zur Zeit des Johannes, vgl. Off 1,9) Welche Art von Text ist es (Erzählung, Gesetzestext, Weisheit, Brief, Prophetie…)? (Hinweis: achtet darauf, ob der Text selbst bereits Erklärungen liefert. Gut zu wissen: die Zahl 7 bedeutet ‘göttliche Vollkommenheit’. 24 ist zweimal die 12 – und das bedeutet die Vollzahl von Gottes Volk. Zweimal, das erinnert an die 12 Stämme und die 12 Apostel. Löwe von Juda ist in 1 Mo 49,9fein Hinweis auf den königlichen Messias. Lamm = Joh 1,29; Jes 53,7. Die 4 Wesen kommen in Off 4,6-8vor.
Anwenden: Was lernst du über Gott? Über Jesus? Über Anbetung und Gebet?
Schlussfrage: Und jetzt? Was machst du mit dieser Geschichte? Willst du sie jemandem erzählen? Sie malen oder ein Lied dazu machen? Gedanken daraus ins Tagebuch schreiben?
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