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Bewahre das unvergängliche Leben! (Epheser 6,21-24)

Wie Christen Gefahren erkennen und abwehren (5/5)  •  Sermon  •  Submitted   •  30:44
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Epheser 6,21–24 LUT84
Damit aber auch ihr wisst, wie es um mich steht und was ich mache, wird euch Tychikus alles berichten, mein lieber Bruder und treuer Diener in dem Herrn, den ich eben dazu gesandt habe zu euch, dass ihr erfahrt, wie es um uns steht, und dass er eure Herzen tröste. Friede sei mit den Brüdern und Liebe mit Glauben von Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus! Die Gnade sei mit allen, die lieb haben unsern Herrn Jesus Christus, in Unvergänglichkeit.
Bewahre das unvergängliche Leben! (Epheser-Brief 6,21-24)
Einleitende Gedanken
Es war der Sonntag, 7. Februar 2016, als ich mit der Auslegung des Epheserbriefes begann. Nun haben wir praktisch alle Verse der Reihe nach betrachtet und sind nun bei den letzten Worten des Briefes angekommen. Unterbrochen wurde dieses Projekt durch verschiedene andere Predigtreihen, sonst wären wir schon viel früher zu diesen letzten Worten gekommen. Wer sich allenfalls nicht mehr an die erste Predigt erinnern kann, was ich natürlich niemandem übel nehmen würde, kann gerne alles nachhören oder nachlesen. Alle Predigten sind auf unserer Webseite zu finden und bald auch via Podcast zu beziehen. Paulus beendete seinen Brief mit wenigen Worten. Am Ende des Kolosserbriefes richtete er Grüsse seiner Mitarbeiter aus und selbst grüsste er Personen in der Gemeinde. Das liess er hier alles weg. Lesen wir den kurzen Abschluss des Epheserbriefes:
Ihr sollt aber auch etwas über mich erfahren, damit ihr wisst, wie es mit mir steht. Tychikus, der geliebte Bruder und treue Sachwalter im Dienst des Herrn, wird euch alles erzählen. Ich schicke ihn eben deshalb zu euch, damit er euch von mir berichtet und euch Mut macht. Allen Brüdern und Schwestern wünsche ich den Frieden und die Liebe und das unerschütterliche Vertrauen, die von Gott, dem Vater, kommen und von Jesus Christus, dem Herrn. Die Gnade Gottes sei mit allen, die unseren Herrn Jesus Christus lieben, und schenke ihnen unvergängliches Leben! Eph.6,21-24.
Bevor wir uns nun diesen letzten Versen zuwenden, möchte ich auf das wichtigste Thema des Briefes hinweisen.

I.                  Das grosse Thema des Epheserbriefes

Es wäre schade, wenn wir diesen Brief durchgegangen sind und am Schluss gar nicht wissen, welches grosse Thema diesen Brief veranlasste und seine Aussagen bestimmte. Man könnte uns dann vorwerfen, dass wir vor lauter Bäumen, den Wald nicht mehr sehen würden. So wollen wir uns kurz wie mit einer Drohne über die Bäume erheben, damit wir den Wald erkennen, das Hauptthema des Briefes, das für das Verständnis des Epheserbriefs von grösster Wichtigkeit ist und uns vor Fehlinterpretationen schützt, verstehen. Das ist übrigens ein Grundsatz in der Auslegung von biblischen Texten. Es muss verstanden werden, in welchem Zusammenhangen eine Aussage gemacht wird. Wir dürfen nicht willkürlich Textstücke aus dem Zusammenhang reissen. Im schlimmsten Fall kann das dazu führen, dass wir mit einem herausgerissenen Bibelvers genau das Gegenteil sagen, was urprünglich damit gesagt worden war. Die ersten Christen waren Juden oder Heiden, die zum Judentum gewechselt hatten. Viele Christen verstanden den Missionsbefehl als Auftrag den verstreuten Juden in der Welt das Evangelium zu verkündigen. Lukas schreibt in der Apostelgeschichte: „Die Christen, die sich in der Verfolgungszeit nach dem Tod des Stephanus über ganz Judäa und Samarien hin zerstreut hatten, zogen zum Teil noch weiter und kamen bis nach Phönizien und Zypern und bis nach Antiochia, aber sie machten die Botschaft Gottes nach wie vor ausschliesslich unter Juden bekannt.“ Apg.11,19. Nur wenige Christen hatten damals verstanden, dass Jesus nicht nur für die Juden, sondern für alle Menschen gestorben war und das Evangelium allen Menschen unabhängig ihrer Nationalität verkündet werden musste. Wie Judenchristen und Heidenchristen zueinander standen, beschäftigte die erste Gemeinde stark. Die jüdischen Christen wollten den Heiden vorschreiben, was sie noch tun müssten, um gerettet zu werden. Einige forderten, dass sich die Heidenchristen beschneiden lassen müssten, ansonsten sie nicht gerettet werden könnten. Jesus allein genügte also nicht: Jesus und die Beschneidung sei für die Rettung notwendig. „Damit stiessen sie bei Paulus und Barnabas auf entschiedenen Widerstand, und es kam zu einer heftigen Auseinandersetzung. Schliesslich wurden Paulus und Barnabas zusammen mit einigen Christen aus Antiochia beauftragt, nach Jerusalem zu reisen und den Aposteln und den Ältesten der dortigen Gemeinde diesen Streitfall vorzulegen.“ Apg.15,2. Im Verlauf dieses Treffens in Jerusalem stimmten die Apostel der Sicht des Paulus zu. Doch das Thema Judenchristen und Heidenchristen beschäftigte die Christen weiterhin. Und das ist das Thema, das im Epheserbrief behandelt wird. Paulus erklärt, dass wir einzig und allein durch den Glauben an Jesus gerettet werden. Er betont die Einzigartigkeit und Allmacht von Jesus. Er zeigt, welchen Reichtum wir in Jesus haben. „In Jesus haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade.“ Eph.1,7. Jesus ist und bleibt das Zentrum des christlichen Glaubens und der Grund für unsere Rettung. Jesus allein genügt vollkommen. Es braucht keine zusätzlichen Handlungen und schon gar nicht eine Beschneidung. Auch die Einhaltung irgendeines jüdischen Gesetzes, das vielleicht früher von grösster Wichtigkeit war, muss jetzt nicht mehr berücksichtig werden. In der ersten Predigreihe mit dem Titel: Gottes grossartiger Pan für die Menschen, machten wir uns Gedanken, wen Paulus meinte, wenn er in diesem Vers von «wir» spricht. „In Jesus haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade.“ Eph.1,7. Meinte Paulus alle Christen – Juden und Heiden? Oder meinte er die Juden, die Christen geworden waren? Israel ist das erwählte Volk Gottes und das war Paulus sicher sehr bewusst. Um es kurz zu machen: Ich bin der Meinung, dass Paulus tatsächlich zuerst davon spricht, was für das erwählte Volk Gottes gilt, für die Juden, die Christen geworden waren. Doch dann – und das begeistert mich – macht er in eindrücklicher Weise klar, dass das, was für die bekehrten Juden gilt, auch für alle Heiden gilt, die Christen geworden sind, denn einige Verse weiter wechselt er vom «wir» auf «ihr»: „In Jesus seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Rettung – in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist, der verheissen ist.“ Eph.1,13. Das zeigt uns, wo die Kernbotschaft des Epheserbriefes liegt: Zwischen Judenchristen und Heidenchristen gibt es keinen Unterschied. In Jesus sind ursprüngliche Unterschiede aufgehoben. Alle sind gleichgestellt – Juden und Heiden! Paulus meint: „Denn Jesus ist unser Friede, der aus beiden (Juden und Heiden) eins gemacht hat und hat den Zaun abgebrochen, der dazwischen war, indem er durch sein Fleisch die Feindschaft wegnahm.“ Eph.2,14. Paulus bietet seine ganze Überzeugungskraft auf, um zu erklären, dass es bei den Christen keine Zweiklassengesellschaft gibt. Diese Argumentation findet seinen Höhepunkt in der Ermahnung: „Seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens: ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.“ Eph.4,3-6. Wir sind durch den Glauben an Jesus alle miteinander verbunden und es gelten für alle dieselben Regeln und es werden alle an demselben Erbe teilhaben. Es gibt keinen speziellen Weg in den Himmel für Juden und keinen speziellen Weg für die Heiden. Der Weg ist für alle derselbe: Jesus! Er sagt: „Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben. Zum Vater kommt man nur durch mich.“ Joh.14,6. Und dieser Weg führt für alle zu demselben Ziel: Gott dem Vater! Das ist das Hauptthema des Epheserbriefes und wer das verstanden hat, der wird den Eph
Epheserbrief mit grossem Gewinn lesen. Darauf wollte ich euch noch hinweisen. Das ist sozusagen der Wald, den wir im Blick behalten sollten, wenn wir einzelne Bäume betrachten.

II.               Die persönliche Fürsorge

Wenden wir uns jetzt den letzten Worten dieses Briefes zu. Paulus liess seine Briefe meist durch seine Mitarbeiter überbringen. Er wollte sicher sein, dass die Briefe in die richtigen Hände kamen, aber das war nicht der einzige Grund, wie wir sehen, denn er sagt: „Ihr sollt auch etwas über mich erfahren, damit ihr wisst, wie es mit mir steht. Tychikus, der geliebte Bruder und treue Sachwalter im Dienst des Herrn, wird euch alles erzählen. Ich schicke ihn eben deshalb zu euch, damit er euch von mir berichtet und euch Mut macht.“ Eph.6,21-22. Paulus liess durch Tychikus, einen seiner engsten Vertrauten, den Brief überbringen. Er soll bei dieser Gelegenheit berichten, wie es Paulus in der Gefangenschaft geht. Es ist beeindruckend wie fürsorglich Paulus mit den Gemeinden war. Er liess einen seiner liebsten und vertrautesten Mitarbeiter weggehen, weil ihm die Gemeinde so am Herzen lang. Er verzichtete auf die Gemeinschaft und Fürsorge seiner engsten Vertrauten, weil ihm das Ergehen der Gemeinde so wichtig war. Tychikus sollte aber nicht nur darüber berichten wie es Paulus ging. Er sollte die Christen ermutigen. Ich bin sicher, dieser Teil der Aufgabe war für Paulus viel wichtiger. „Ich schicke ihn deshalb zu euch, damit er euch von mir berichtet und euch Mut macht.“ Eph.6,22. Mut machen oder ermutigen beinhaltet im ursprünglichen Wort zwei Aspekte: Ermahnung und Ermutigung. Sicher konnte Tychikus zu dem, was Paulus im Brief geschrieben hatte, weitere Erklärungen geben, damit die Christen alles richtig verstanden. Er konnte Zweifel auffangen, wenn Christen dadurch verunsichert wurden, dass der grosse Apostel Paulus, der Vermittler der Botschaft des Evangeliums im Gefängnis sitzt. Es war ja nicht sehr beeindruckend und vertrauenerweckend, wenn ein wichtiger Leiter dieser neuen Bewegung im Gefängnis sass. Sie vertrauten einem Gott, von dem sie überzeugt waren, dass er die Welt erschaffen hatte und ihm alle Macht im Himmel und auf Erden zur Verfügung steht, aber einen wichtigen Leiter dieser neuen Bewegung im Gefängnis sitzen lässt. Ist das nicht frustrierend? Warum demonstriert Gott seine Macht nicht und befreit Paulus aus seiner misslichen Lage? Wer kann die Christen da noch ernst nehmen, wenn die bedeutendsten Leiter im Gefängnis sitzen? Schliesslich war es auch damals so, dass Leute im Gefängnis sassen, die sich etwas zuschulden kommen liessen. Es wäre doch beeindruckender und überzeugender gewesen, wenn Paulus als ein bedeutender Leiter in ihrer neuen Bewegung, auch als persönlicher Berater des Kaisers in Rom tätig gewesen wäre. So hätten sie die anderen Leute beeindrucken können! Seht, unser Leiter ist ein Freund des Kaisers! Aber eben, Paulus sass im Gefängnis und man wusste nicht, ob er dort wieder rauskommen wird.. Das war für die Christen keine einfache Situation und es hätte dazu führen können, dass sie das Evangelium in Frage stellen. Sogar seinen engsten Mitarbeiter Timotheus ermahnte Paulus einmal: „Bekenne dich daher ohne Scheu zu unserem Herrn, und schäme dich auch nicht, zu mir zu stehen, nur weil ich ein Gefangener bin – ich bin es ja um seinetwillen! Sei vielmehr auch du bereit, für das Evangelium zu leiden. Gott wird dir die nötige Kraft geben.“ 2.Tim.1,8. Tychikus ermutigte die Christen, dass es sich trotz allen Widerwärtigkeiten lohnt, Jesus treu zu bleiben. Wie ist das mit uns? Sind wir bereit Jesus treu zu bleiben, auch wenn wir keine beeindruckenden Leiter vorweisen können. Stehen wir zur Botschaft des Evangelium, auch wenn die Leiter beleidigt und gedemütig werden? Oder ist es uns peinlich, dass wir eigentlich auch zu diesen Christen gehören? Bestimmt berichtete Tychikus später dem Paulus, was er bei den Christen erlebte, denen er den Brief überbrachte und wie es ihnen geht, ob sie fest entschlossen seien, Jesus treu zu bleiben. Das war Paulus das Wichtigste, dass die Christen Jesus treu bleiben!

III.             Die göttlichen Gaben

Ganz zum Schluss wünscht er den Geschwistern in Christus Gottes Segen: „Allen Brüdern und Schwestern wünsche ich den Frieden und die Liebe und das unerschütterliche Vertrauen, die von Gott, dem Vater, kommen und von Jesus Christus, dem Herrn.“ Eph.6,23. Friede, Liebe und ein unerschütterliches Vertrauen in Gott, das wünscht Paulus ihnen, denn er weiss, dass das letztlich Geschenke Gottes sind – es sind göttliche Gaben! Paulus dachte bestimmt an den Frieden, den wir durch Jesus Christus mit Gott haben. So eröffnete er seinen Brief: „Euch allen, die ihr aufgrund des Glaubens mit Jesus Christus verbunden seid, wünsche ich Gnade und Frieden von Gott, unserem Vater, und von Jesus Christus, unserem Herrn.“ Eph.1,1–2. Die Liebe ist genauso ein Geschenk Gottes, nämlich die Gewissheit, dass Gott uns liebt, wie Paulus den Christen in Rom schreibt: „Gott hat uns den Heiligen Geist gegeben und hat unser Herz durch ihn mit der Gewissheit erfüllt, dass er uns liebt.“ Rö.5,5. Paulus war klar, wenn wir in Frieden mit Gott leben und wenn wir uns der Liebe Gottes zu uns gewiss sind, dann werden wir ihm gerne vertrauen und das wird auf unser Verhalten gegenüber Menschen und insbesondere gegenüber anderen Christen positive Auswirkungen haben. Und zum Schluss erinnerte Paulus mit den letzten Segenswünschen die Leser an das Wichtigste: „Die Gnade Gottes sei mit allen, die unseren Herrn Jesus Christus lieben, und schenke ihnen unvergängliches Leben!“ Eph.6,24. Die Gnade Gottes hat in Jesus Christus seinen höchsten Ausdruck gefunden, denn Titus schrieb: „In Christus ist Gottes Gnade sichtbar geworden – die Gnade, die allen Menschen Rettung bringt.“ Tit.2,11. Diese Gnade Gottes ist das höchste Gut, das ein Mensch je bekommen kann, denn die Rettung ist das unvergängliche Leben! Die Frage ist, ob du dieses unvergängliche Leben hast, denn Paulus rief hier denen, die dieses Leben bereits hatten, in Erinnerung, welchen grossen Reichtum sie in Christus bekommen hatten. Hast du dieses unvergängliche Leben bekommen? Petrus gibt seiner Begeisterung darüber folgendermassen Ausdruck: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! In seinem grossen Erbarmen hat er uns neu geboren und mit einer lebendigen Hoffnung erfüllt. Diese Hoffnung gründet sich darauf, dass Jesus Christus vom Tod auferstanden ist. Sie richtet sich auf das neue Leben, das Gott schon jetzt im Himmel für euch bereithält als einen Besitz, der niemals vergeht oder verdirbt oder aufgezehrt wird.“ 1.Petr.1,3–4. Hast du dieses unvergängliche Leben, die Hoffnung einmal in den Besitz dieser unvergänglichen Werte zu kommen?
Schlussgedanke
Zum Schluss möchte ich euch noch eine Bitte des Paulus für die Epheser in Erinnerung rufen, die zeigt, was er im Leben eines Christen für wichtig hält. „Ich bete darum, dass Gott – der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater, dem alle Macht und Herrlichkeit gehört – euch den Geist der Weisheit und der Offenbarung gibt, damit ihr ihn immer besser kennen lernt. Er öffne euch die Augen des Herzens, damit ihr erkennt, was für eine Hoffnung Gott euch gegeben hat, als er euch berief, was für ein reiches und wunderbares Erbe er für die bereithält, die zu seinem heiligen Volk gehören, und mit was für einer überwältigend grossen Kraft er unter uns, den Glaubenden, am Werk ist.“ Eph.1,17-19. Das wünsche ich uns allen!
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