Faithlife Sermons

Das Ende der Endzeit

Markus - Spuren Jesu  •  Sermon  •  Submitted
0 ratings
· 1 view
Notes
Transcript
Liebe Gemeinde. Das Ende der Endzeit? Ist heute das Thema. Was löst so eine Überschrift aus? Wir können sagen, „nicht schon wieder Endzeit, da wird so viel spekulierte- das Thema nervt“. Andere sind bei diesem Thema hellauf begeistert und spekulieren fröhlich über vermeintliche Zeichen der Zeit, über Endzeit und EU und vieles weiteres. Dann gibt es die, welche irgendwo dazwischen sind. Wir alle bringen bei diesem Thema unsere Brille mit. Ich möchte das Thema daher nicht polemisch angehen, auch wenn ich manche Positionen deutlich ablehne. Meine eigene Brille hat viele Veränderungen durchmachen müssen. Als ich Kind war da war für mich ganz klar, die Bibel gibt uns so eine Art Fahrplan. Irgendwann kommt Jesus still und heimlich auf die Wolken, die Christen, ich hatte teils sogar gehört nur die guten Christen, werden von ihm abgeholt. Sie feiern dann im Himmel 7 oder mehr Jahre ein Fest. Währenddessen, kommt der Antichrist auf die Erde, es gibt Chaos und Gericht, der dritte Tempel wird aufgebaut, usw. Ganz zum Schluss gehen wir mit Jesus auf die Erde, retten Israel vor dem Antichristen und dann gibt’s ein 1000 Jähriges Reich Gottes. Ja und irgendwann vor der Endzeit musste doch Russland noch Israel angreifen. Dieses Bild hatte ich ziemlich lange. Man nennt diese Denkstruktur Dispensationalismus – muss man sich nicht merken. Desto mehr ich mich mit der Bibel beschäftigte umso mehr Fragen kamen aber bei mir auf. Ich las die Offenbarung und habe mich gefragt „wo hat sich denn da die geheime Vor-Entrückung versteckt“ Sie war einfach nicht zu finden. Und in den sogenannten Endzeitreden Jesu? Na da habe ich auch nicht so viel gefunden. Ähnlich ging es auch mit vielen anderen Elementen. Mein Ziel ist heute nicht, mein ganzes Verständnis zur Endzeit auszubreiten. Viele Fragen sind für mich immer noch offen, so dass ich mich bei vielen Punkten noch nicht festlegen will und auch nicht kann. Wir werden uns heute die Endzeitrede Jesu in Mk 13 anschauen. Vorab: Was bedeutet Endzeit? Die Bibel benutzt diesen Begriff nie. Sie redet von letzten Tagen. Diese sind mit dem ersten kommen von Jesus angebrochen und gehen bis zu dem Zeitpunkt an dem die Ewigkeit beginnt (könnt ihr u.a. im Hebr. 1 nachlesen). Schauen wir uns Mk 13 an. Ich lese die ersten 4 Verse. [lesen] Die Schüler von Jesus kommen mit ihm vom Tempel raus. Von diesem, man könnte schon sagen Weltwuder, sind sie tierisch Beeindruckt. Dann der Schock. Der Tempel wird komplett zerstört! Erstmal Ruhe. Später die Frage. Wann wird den der Tempel kaputt gemacht. Kannst du uns irgendwelche Hinweise geben, wann dass passieren wird? Es geht also um den Tempel. Das Gericht Gottes über Jerusalem. Der Höhepunkt des Gerichts in der Zerstörung des Tempels. Gericht, weil Jerusalem Jesus abgelehnt hat.
Jesus antwortet auf ihre Frage mit 5 Facetten. Sinngemäß „ok, ihr wollt wissen, wann das alles passiert?“ A. Passt auf, dass ihr nicht verführt werdet. B. Schaut auf euch selbst C. Es kommt das Gräuel der Verwüstung, D. Die Rückkehr des Königs (als Konstrast zu den falschen Messiase) Zusammenfassend E. Seid wachsam – also seid bereit, für meine Wiederkunft.
A. Vorsicht Verführung Jesus sagt [V5-8 Lesen] Jesus warnt sie. Ihr wollt es genau wissen? Ihr wollt so eine Art Fahrplan? Passt auf, dass ihr nicht in die falsche Richtung verführt werdet. Chaos bedeutet nicht, dass die Welt untergeht. Wer sich im Chaos als der Christus bezeichnet der ist es nicht. Lauft nicht denen nach die soetwas von sich behaupten. Vorsicht es gibt Rattenfänger. Falsche Christuse, sind Menschen, die sich als der von Gott versprochene Retter ausgaben. Sie sammelten zu der Zeit Jesu Menschen um sich herum. Es war eine Messiasschwangere Zeit. Sie kannten die Vorhersage aus Daniel. Die 70 Jahrwochen. Sie konnten rechnen und wussten, dass sie im ersten Jhd ungefähr erfüllt werden würde. Viele sahen sich als Christus. Hatten eine gute Propaganda. Sammelten Menschen um sich herum. Wollten einen militärischen Aufstand gegen Rom machen. Jesus warnt vor ihnen. Wenn so jemand auftritt, dann lasst euch nicht blenden. Auch wenn die Zeit noch so „Endzeitschwanger ist“. Seid vorsichtig.
Es ist ja grds. so. Unsichere Zeiten sind oft Endzeitschwanger. Apokalyptische Unruhestifter verbreiten gerade in diesen Zeiten falsche Behauptungen und deuten die Zeichen der Zeit falsch. Heute ist das genauso. Erinnert ihr euch noch an die Ölkrise, an die 80ger, an den ersten Golfkrieg. Gut, ich nicht, da war ich noch nicht geboren. Aber was damals abging in manchen frommen Kreisen. Da gabs Bestseller wie „Der Antichrist kommt, die 80ger die Galgenfrist der Menschheit“. Wo viele sicher waren, in den nächsten 1-2 Jahren kommt Jesus wieder. Ganz klar. 100% sicher. Sie alle haben sich geirrt.
Bekannte chrisltiche Autoren haben bis ins 21Jhd Büche herausgehauen und unbelehrbar konkrete Vorhersagen gemacht, die alle nicht eintrafen. Und heute. Ich bin froh, dass sich dieser Spekulationshype gelegt hat. Aber vereinzelt habe ich z.B. über den IS gehört, er sei ganz sicher ein Zeichen der Endzeit, dass sie Israel angreifen und dies Quasi eine Art endzeitliche Kriese oder ähnliches sein wird, bevor Jesus endgültig wiederkommen wird. Es gibt auch krassere Beispiele, aber die erspare ich uns. Für uns gilt. Lasst uns ihnen nicht nachlaufen. Lasst uns bei solchen Spekulationen und Verschwörungstheorien nicht mitmachen. Die Gefahr ist, dass wir in die Falsche Richtung geführt werden. Verführung bedeutet nicht nur, dass Irrlehren geglaubt werden wie, wenn die Gottheit Jesu, die Jungfrauengeburt oder seine Auferstehung geleugnet werden. Wer sich auf solche Spekulationen versteift, kann im Extremfall den Auftrag Jesu aus den Augen verlieren.
Jesus spricht davon, dass Kriege und Katastrophen nicht das Ende sind. Er vergleicht sie mit den Wehen einer Geburt. Nun kann ich als Mann, der nur seine eigene Geburt erlebt hat, nicht mich in die Situation einer Geburt so wirklich hineinversetzen. Ich erlaube mir dennoch zu behaupten, dass der Wunsch, dass das Kind endlich da ist, mit jeder Wehe stärker wird. Kann das sein?
So ist es auch mit Kriegen, Erdbeben etc. Das sind keine Zeichen davon, dass jetzt die Welt untergeht oder Jesus am 23.09. diesen Jahres wiederkommt. Nein, wir leben seit 2000 Jahren in der letzten Zeitepoche. Und diese ist wie die letzte Zeit vor der Geburt, durchsetzt mit Wehen. Die Katastrophen zeigen, dass dies hier noch nicht das Paradies ist. Sie wird es ständig geben bis Jesus wiederkommt. Sie haben nicht die Aufgabe, dass wir darüber spekulieren, wie weit der Countdown fortgeschritten ist. Sie wecken in uns das Gebet „Komm Herr Jesus, komme bald“. Lasst uns also nicht vom Ende der Endzeit sprechen, sondern beten „Jesus komm du“.
B. Schaut auf euch selbst Lesen wir weiter [9-13] Ihr wollt wissen wann das alles passiert? Hey, schaut auf euch selber. Euer Job ist es die gute Nachricht weiterzugeben. Dabei werdet ihr auch verfolgt werden. Das sind keine leichten Zeiten. Aber ihr müsst dennoch keine Angst haben, der Heilige Geist wird euch auch dann leiten wenns richtig heftig wird.
Der Focus wird auf die Gegenwart gerückt. Die Konzentration geht auf den Auftrag der Jünger. Ja, wer zu Jesus gehört, der hat keinen Tanz auf goldene Rosen. Es wird auch ordentlich Gegenwind geben. Für uns bedeutet das. Wir haben vom Missionsbefehl den Auftrag allen Menschen von Jesus zu erzählen. Bei uns leben noch tausende Menschen in der Stadt die keine Ahnung haben wer Jesus ist. Wie können wir ihnen von Jesus erzählen? Wie können wir Gottes gute Botschaft an den Mann bzw. an die Frau bringen? Lasst uns im hier und jetzt leben, offen sein für Gottes missionarische Impulse.
C. Das Gräuel der Verwüstung Ok, danach wird’s in der Rede von Jesus heiß. Bisher war es wie eine Rede vor der Antwort. In dieser hat er die Frage der Jünger nicht beantwortet. Wann wird das passieren. Wann steht da kein Stein mehr auf dem anderen? Gibt’s Anzeichen dafür? Lesen wir die Antwort Jesu [V14-23] So, jetzt wissen wir Bescheid. Jetzt mal ehrlich – was um alles in der Welt meint das? Und was hat das mit der Frage der Jünger zu tun? Gräuel der Entweihung oder Gräuel der Verwüstung? Ok, es muss was ziemlich heftiges sein. Aber was? Warum sollen die Jünger fliehen, wenn sie das Ding sehen, wo es nichts zu suchen hat? Was hat das mit den falschen Christussen oder nennen wir sie Antichristen auf sich? Jesus greift hier auf den Propheten Daniel zurück. Er prophezeite, dass Antiochus Epiphanis kommen würde. Das war ca. 200Jahre früher. Das war echt ein brutaler Typ. Israel hatte von ihm fast so eine Art Trauma. Das war ein griechischer Herrscher, der u.a. Israel besetzte. Er wollte den jüdischen Glauben modern machen. Eben so wie er modern definierte. Er ging in das Allerheiligste in den Tempel und stellte dort eine Statue von Zeus auf und opferte Schweine. Er verbot die Auslebung des Glaubens unter der Todesstrafe. Die Israeliten, die gegen ihn waren ließ er zu Tode quälen… Das war damals. Aber was meinte Jesus wenn er dies im Zusammenhang mit der Frage der Jünger sagt? Um ehrlich zu sein – fast jeder Ausleger hat gefühlt eine andere Meinung. Nein so schlimm ist es nicht. Es gibt 4 Hauptrichtungen, die sich teils überschneiden. Die dispensationalsitische Sicht (den Begriff müsst ihr euch nicht merken), sagt, Jesus rede hier von einem Antichristen. Dieser solle in einer zweiten Hälfte, einer sogenannten Trübsalszeit kommen. Er solle sich im Allerheiligsten, eines 3.Tempel setzen und sich zum Gott erklären. Danach sagt diese Sicht, wird er sein Standbild, in diesen Tempel aufstellen. Ich selbst halte diese Sicht nicht für überzeugend, da sie meiner Meinung nach nichts mit der Frage der Jünger zu tun hat und ziemlich viele Vorentscheidungen hat, die ich nicht in der Bibel sehen kann. Die zweite und dritte Sicht überschneiden sich etwas. Sie deuten beide diese Aussage auf die Zeit vor und um 70n.Chr. die Römer zerstörten den Tempel. Dabei hatten sie auch ihre Standarten, eine Art von Götzenbilder, dabei. Sie betraten den Tempel und das Allerheiligste und entweihten ihn somit. Offen bleibt bei dieser Sicht, wie dann die Menschen fliehen sollten. Als der Tempel von den Römern erreicht war, war die Flucht sinnlos. Das Blutbad war in vollem gange, die Stad war umzingelt. Es gibt noch eine andere Möglichkeit. Der jüdische Historiker Flavius Josephus berichtet davon, wie die Zeloten, nach ihrer Einnahme von Jerusalem, selbst einen eigenen „Hohepriester“ im Tempel einsetzten. Dieser durfte schon aufgrund der Abstammung nicht Hohepriester werden (eine Handlung gegen das mosaische Gesetz) und hatte nicht die Kenntnis wie er im Heiligtum sich zu verhalten hatte. Dazu wurde im Tempel, von den Zeloten, ca. 8500 Menschen umgebracht, der Hohepriester wurde erstochen und über die Mauer herabgeworfen. Dies alles war für die jüdische Bevölkerung ein ungeheuerlicher Frevel an dem Tempel. Tatsächlich flohen die Christen der Stadt, kurz nach diesem Ereignis, nach Pella, aufgrund der Angaben in der „Endzeitrede“ Jesu und wurden so vor der Zerstörung Jerusalems, die 70n.Chr. geschah, bewahrt. Ich finde das diese Position ziemlich überzeugend ist. Last but not least gibt es eine Kombination von allem. Diese Ausleger sagen, Jesus meint beides. Die Zeit um die Tempelzerstörung und eine Zeit in der ein Antichrist kommt und sich versucht die Gemeinde, also den neuen Tempel Gottes, zu verführen. Er will dann Gottes Stelle einnehmen. Ist auch nicht unmöglich. Findet selbst anhand der Bibel heraus was euch überzeugt.
In dem Atemzug warnt Jesus nochmals vor falschen Christusse oder Antichristen. Gerade in der Zeit der Not, gilt Vorsicht. Wenn Christus wiederkommt, dann kämpft er nicht gegen die Römer.
Hat der Text dann überhaupt etwas mit uns zu tun? Unbedingt. Ein Prinzip war, den Falschen Christusse nicht nachgeben. Egal welcher kommt. Ob es 70n.Chr. war und sie die Christen für den Kampf gegen Rom gewinnen wollten – da war das Motto für die Christen nicht kämpfen sondern fliehen. Ob es Antichristen wie Nero, Hitler, Mao, oder heutige sind. Auch in frommen Kreisen können diese auftreten. Sie sagen z.B. wer mir widerspricht, der widerspricht Gott. Hier gilt, lasst uns bei Christus bleiben. Er ist ganz anderes als die Plagiat-Christusse.
D. Die Rückkehr des Königs Wenn Jesus wiederkommt wird es ganz andres sein. Er hat es nicht notwendig, sich von irgenjemand vorankündigen zu lassen. Er brauch keinen Pressesprecher der sagt, komm hier versteckt sich Jesus. Er steht im starken Kontrast zu ihnen. Als Kontrast zu den Plagiaten erzählt Jesus wie es sein wird wenn er wirklich zurückkehrt. Das Lesen wir in den Versen 24-27. [Vorlesen] Wenn Christus wiederkommt wird das ganz klar sein. Er braucht kein Werbemann. Jeder wird es sehen. Blitz: hell und laut. Kosmische Zeichen: Bekommt jeder mit. Es heißt, nach jenen Tagen. Also die Voraussetzung war, nach meiner Auslegung, die Ereignisse von 70nChr. Danach steht seinem Kommen nichts mehr im Weg. Er kommt auf den Wolken. Alle werden ihn Sehen. Er sammelt seine Leute. Auf den Wolken; alle werden ihn sehen. Das ist nach 1Thes. Das was wir Entrückung nennen. Gehen ihm Entgegen um ihn seinen letzen Reiseabschnitt auf die Erde hin, zu begleiten.
Schwerpunkt der Rede Jesu ist das aber nicht. Er hält dies sehr knapp ohne große Ausschmückungen oder Details. Jesus befriedigt hier eben nicht unsere Endzeitneugier. Er wird kommen. Einen Fahrplan gibt er uns nicht.
Aber was ist mit dem sogenannten Antichristen. Gibt es nicht den und eine sogenannte „Trübsalszeit“ nicht? Das habe ich nicht gesagt. Aber ich sehe in der Endzeitrede von Jesus keinen deutlichen Hinweise darauf. Es ist eben nicht sein Thema in der Rede. Was vor dem Ende der letzen Zeitepoche passiert, können wir vllt. von anderen Stellen diskutieren. Wenn diese davon reden, dann aber nicht, damit wir spekulieren.
E. Seid Wachsam Jesus bindet jetzt noch den Sack zu. Er fasst seine Rede zusammen. [28-37] Der Hauptgedanke ist hier seid Wachsam. Die Ereignisse, um 70n.Chr. sind wie der Frühling bei einem Feigenbaum, oder nach Lk auch bei jedem anderen. Der Sommer kann kommen. Der Wiederkunft Jesu steht nichts mehr im Weg. Als Nebenbemerkung: mit der Generation die nicht vergeht, ist meiner Meinung nach, die Generation von der Zeit Jesu gemeint, die 70nchr miterlebte. Wann kommt dann Jesus wieder? Das sagt Jesus nicht. Das ist gar nicht das Ziel von Jesus. Er wird kommen. Nur Gott weiß wann. Wir haben die Aufgabe bereit zu sein.
Wie sind wir bereit? Wer mit Christus verbunden ist, der ist bereit wenn Jesus wiederkommt. Entscheidend ist: Gehörst du zu ihm? Hast du bei Christus Vergebung deiner Sünden erhalten? Ist er der Herr in deinem Leben?
Wenn Ja, dann lasst uns mit Jesus unterwegs bleiben. In seinem Rahmen leben mit Jesus durchs leben gehen. Wir warten nicht auf das Chaos. Auch wenn die Welt verrückt spielt. Wir leben nicht der Angst entgegen – auch wenn wir im dunkeln Tal sind. Wir warten auf Christus. Er wird kommen. Wenn uns die Welt Angst machen will, dann erinnern wir uns: Die Herren der Welt sie gehen, alle – aber unser Herr wird kommen. Amen!
Related Media
Related Sermons