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Veränderung tut Not

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Veränderung tut Not

Joh 6,
Johannes 6,47–51 LU
47 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben. 48 Ich bin das Brot des Lebens. 49 Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. 50 Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe. 51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch – für das Leben der Welt.

Gott ist tot!

Liebe Geschwister,
was für eine komische Vorstellung. Jesus ist das Brot des Lebens. Wer von dem Brot isst, der wird ewig leben. Ich weiß nicht, wie es euch mit den Worten. Aber ich kann mich nicht des Gefühls erwehren, dass das ein wenig nach Kannibalismus klingt. Vor allem dann, wenn er besagt, dass das Brot, dass er geben wird, sein Fleisch ist.
Und dennoch berührt er damit etwas, was uns alle unbedingt angeht. Und ich möchte das mit euch nicht zunächst auf der Ebene Jesus gibt sein Leben für die Welt betrachten, sondern auf einer viel niedrigeren Ebene. Eine Ebene, die uns alle betrifft. Nämlich das Leben an und für sich.
Johannes lässt hier Jesus von seinen eigenen Tod reden. Er spricht davon, dass Jesus sich selbst für das Wohlergehen der Welt gibt. Das ist wohl eine der wohl größtmöglichen Taten. Der Sohn Gottes gibt sein Leben für die Welt. Gott opfert sich selbst für seine Schöpfung. Gott opfert sich für uns. Gott vergeht für uns. Gott stirbt. Gott ist tot.

Der Tod ist eine Chance!

Und den Tod, den kennen wir. Wir kennen ihn vom Gang zum Friedhof oder wenn ein geliebter Mensch im sterben liegt. Doch wir kennen ihn noch viel alltäglicher.
Denn ohne den Tod könnte keiner von uns leben. Ohne den Tod gäb es kein Essen auf dem Tisch. Das Weizenkorn muss sterben, damit wir Brot haben. Die Frucht und ihr Samen müssen sterben, damit wir Obst und Gemüse auf dem Tisch haben. Das Tier muss sterben, damit wir Fleisch auf dem Tisch haben.
Möglichkeiten müssen sterben, damit eine Möglichkeit Wirklichkeit werden kann. Das Single leben muss sterben, damit eine Beziehung entsteht. Sicherheit muss sterben, wenn man wirklich lieben will. Die Kindheit muss sterben, damit wir Erwachsen werden können. Das Gewohnte muss sterben, damit Neues Platz hat.
Ja der Tod ist die radikale Chance. Denn der Tod eröffnet neue Türen. Er ist die radikale Veränderung. Er ist das wahre Ewige. Denn er geschieht in jedem Moment. Denn wenn jeder Moment Veränderung ist, dann ist der Moment Zeitgleich immer auch der Tod des gerade gedachten und erlebten. Und wenn der Tod wie eine Schwingtür ist, weil er den Wind der Veränderung bringt, dann ist der Tod die radikale Chance!
Er ist eine radikale Chance, weil er uns Mut machen kann jeden Moment Neu anzufangen. Die Fehler der Vergangenheit hinter uns zu lassen und als das zu leben, was Gott für uns vorgesehen hat. Freie Wesen!

Freiheit im Neubeginn

Als freie Wesen können wir uns von den Zöpfen des Ewigen, es war schon immer so befreien. Gott hat es uns vorgelebt! In seinem Tod am Kreuz hat er etwas gewagt, was radikal neu war. Er hat uns aufgezeigt, dass er die seit alters hergebrachte Vorstellung des Allherrschers der alles steuert und lenkt durchbrechen will. Mit seinem Tod, will er zeigen, dass wir für unser Leben selbst Verantwortung übernehmen müssen.
Ein bitteres schweres Brot, dass er uns dort mit seinem Fleisch zu Essen gibt. Aber ein Brot in seinem Fleisch, dass uns wirklich die Ewigkeit schenkt. Es schenkt uns die Ewigkeit der Freiheit. Die Freiheit, die uns befähigt Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen. Denn erst, wenn wir die Verantwortung für unser Handeln wagen zu übernehmen, können wir die Angst vor der Veränderung und dem Tod verlieren.
Wenn wir die Angst vor der Veränderung und den Tod verlieren, dann ersteht Gott neu. Nicht mehr als der Allmächtige über uns thronende, sondern der in uns wohnende.
Dieser in uns wohnende Gott, ist es dann der uns immer wieder ermutigt auch in schweren und herausfordernden Situationen uns nicht der Lähmung des Todes hinzugeben, sondern zu erkennen, dass Veränderung Not tut.

Veränderung tut Not

Das Brot der Veränderung, das Brot des Todes Jesus ist da ein strahlendes Beispiel. Denn es zeigt uns, dass Mutiges gewagt werden muss, darf und soll. Mit seinem Tod am Kreuz, hat er die Auferstehung der Freiheit von der Tyrannei des ewigen “es war schon immer so” begonnen zu proklamieren.
Denn wenn wir uns von dem “Es war schon immer so” befreien, dann können wir den Duft der Freiheit riechen, welchen Gott uns schon immer ermöglichen wollte.
Wir Menschen müssen nur den Mut haben uns in diese Freiheit fallen zu lassen. Ganz radikal loslassen, was uns bisher scheinbare Sicherheit gegeben hat, uns aber nur lähmt. Loslassen von den ewig gleichen sinnentleerten Ritualen, die mit unserem Alltag nichts mehr zu tun haben.
Loslassen von der gefühlten Sicherheit, damit wir radikal frei und somit wirklich lieben können.
Mutig uns in die Veränderungen hineingeben und nicht immer bedenken tragen, weil irgendwann mal ja irgendeine in etwa oder auch nur entfernte Situation nicht so gut gelaufen ist. Sondern wagen, dass es diesmal zu einem Anderen guten Ziel führen wird, das mir in meiner Freiheit weiterhelfen wird.
Mutig die Veränderung wagen und schauen, wie frei es uns machen kann, weil wir darauf vertrauen können, dass Gott uns dazu alles mitgegeben hat. Denn wenn Gott in uns wohnt, dann ist das Brot des Lebens immer bei uns und wird uns bis in alle Ewigkeit nähren und somit die Stärke geben uns den Veränderungen hinzugeben.
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