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Wie Buntstifte uns helfen können, Gott zu loben

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Primäres Ziel: Gemeinsam mit Farbstiften am Bibeltext arbeiten. Sekundäres Ziel: Den mannifgaltigen Segen herausarbeiten, um zum Preis anzuregen (Eph 1,3)

Notes
Transcript

Intro

Wie angekündigt, wollen wir heute die Predigt vom 28.01.2018 (siehe www.bibelunterricht.de) praktisch umsetzen. Ich will einen Text, den nicht wenige als einen der kompliziertesten Texte bezeichnen, mit Euch gemeinsam erackern. Und dabei wird der Weg das Ziel sein. Wir werden schöne und wichtige Inhalte herausarbeiten, sicherlich. Aber der entscheidende Punkt ist heute, dass wir nicht nur zuhören, sondern gemeinsam den Text bearbeiten.

Bitte anschnallen: Anflug auf den Bibeltext

Textlesung

Lesen wir zunächst den Text einmal durch.
Epheser 1,3–14 REB
3 Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er hat uns gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt in Christus,4 wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, daß wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe,5 und uns vorherbestimmt hat zur Sohnschaft durch Jesus Christus für sich selbst nach dem Wohlgefallen seines Willens,6 zum Preise der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem Geliebten.7 In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Vergehungen, nach dem Reichtum seiner Gnade,8 die er uns reichlich gegeben hat in aller Weisheit und Einsicht.9 Er hat uns ja das Geheimnis seines Willens zu erkennen gegeben nach seinem Wohlgefallen, das er sich vorgenommen hat in ihm10 für die Verwaltung <bei> der Erfüllung der Zeiten: alles zusammenzufassen in dem Christus, das, was in den Himmeln, und das, was auf der Erde ist – in ihm.11 Und in ihm haben wir auch ein Erbteil erlangt, die wir vorherbestimmt waren nach dem Vorsatz dessen, der alles nach dem Rat seines Willens wirkt,12 damit wir zum Preise seiner Herrlichkeit seien, die wir vorher <schon> auf den Christus gehofft haben.13 In ihm <seid> auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, gehört habt und gläubig geworden seid, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung.14 Der ist das Unterpfand unseres Erbes auf die Erlösung <seines> Eigentums zum Preise seiner Herrlichkeit.

Die Einleitung zum langen Satz

Ein Satz im Griechischen, so auch die Verse 15-23.
Einige Griechischgelehrte haben ihn als einen der komplexesten griechischen Verse bezeichnet. Paulus stapelt hier Phrase um Phrase, um etwas zu erklären.
Was erregt ihn so sehr, was ist das Thema, das er mit so vielen Worten ausführen muss?
- “Gott sei gepriesen.” Der ganze Satz ist eigentlich eine sogenannte Doxologie, also ehrende, verherrlichende Worte - ein Lobpreis Gottes. Paulus preist Gott - und er ruft die Briefempfänger im damaligen Kleinasien, der heutigen Türkei, dazu auf, Gott zu preisen.

eulogeo = Gute Worte reden

Dieses Wort “Preisen” steht in den deutschen Übersetzungen nur einmal, das griechische Wort kommt aber dreimal in diesem Abschnitt vor, und zwar alle drei Male in Vers 3. Dort wo bei euch “gesegnet” oder “Segnungen” steht, da steht dasselbe Wort wie am Anfang, welches mit “Gepriesen” übersetzt wird. Das Wort eulogeo bedeutet eigentlich “Gutes reden”, im Sinne von “Gutes sprechen über” (das könnt Ihr Euch notieren, macht an alle drei Wörter eine Fußnote 1 dran und schreibt rechts “im griechischen dasselbe, meint “Gutes reden”).
Wenn Menschen über Gott gut reden, dann preisen sie ihn. Wenn Gott gute Worte an den Menschen richtet, dann werden diese Worte zur Realität und wir sind gesegnet. Soviel zum kleinen Wortspiel am Anfang.

Warum will Paulus lobpreisen?

Kommen wir aber zurück, warum Paulus einen so langen Satz sagt. Er will gute Worte über Gott, den Vater, reden, er will ihn preisen, weil er vollkommen begeistert ist. Aber wovon ist er denn so begeistert, dass er nicht mit Vers 3 enden kann, sondern noch 11 weitere Verse braucht?
Paulus sagt, dass wir er uns in Christus “gesegnet hat mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt”.
Nicht einige Segnungen, sondern alle Segnungen.
Nicht irdische und damit zeitlich befristete Segnungen, sondern himmlische und damit ewige Segnungen.
Nicht materielle Segnungen, die verfaulen, verrosten oder entwertet werden, vergehen, sondern geistliche, die einen wahren Wert haben und die einen wirklich glücklich machen
Paulus hat über den Segen Gottes nachgedacht - er hat viel nachgedacht, wie wir sehen werden, und es hat ihn gepackt. Und deshalb fließt sein Lobpreis förmlich von der Zunge und in die feder, sodass kein Platz für einen Punkt vorhanden ist, ein Gedanke jagt den nächsten, beim Nachdenken über die eine Segnung kommt schon der Gedanke an die nächste Segnung. Ich werde nachher eine Gliederung vorschlagen, die vielleicht hilfreich ist. Aber vielleicht hat Paulus gar keine Gliederung vor Augen gehabt und seine Gedanken entwickelten sich von einem zum anderen. Auf jeden Fall: Wer viel nachdenkt über Gott, dem fällt auch der dankbare Lobpreis nicht schwer! Er weiß, was er von Gott in Christus bekommen hat und kann davon gute Worte reden und dafür danken. Und vielleicht ist auch der Umkehrschluss nicht ganz unzutreffend: Wer keine Zeit für das Lesen des Wortes Gottes hat, wer sich nichts von Gott offenbaren lässt, wer nicht über das Geoffenbarte nachdenkt, nun, der wird auch seinen Mund kaum aufbekommen. Wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund. Und wenn kein gutes Reden Gottes im Herzen des Menschen ist, dann gibt es auch kein gutes Reden des Menschen über Gott. Aber Gottes Fehler ist das sicherlich nicht. Das beschriebt hervorragend, aber das ist heute nicht unser Thema.
n. Paulus hat über den Segen Gottes nachgedacht, viel nachgedacht, wie wir sehen werden, und es hat ihn gepackt. jeder geistliche Segen
Weil es um den

Die Einleitung endet mit einem Doppelpunkt

Das Griechische, das Paulus seinerzeit benutzte, hatte keine Satzzeichen. Nur anhand der Grammatik kann man erkennen wo Sätze sind. So hatte der Grieche auch keinen Doppelpunkt. Wenn Paulus ihn aber zur Verfügung gehabt hätte, dann würde er ihn ganz ans Ende von Vers 3 setzen. Denn in Vers 3 redet er von diesem allumfassenden himmlischen, geistlichen Segen und ab Vers 4 wird er die verschiedenen Segnungen beschreiben. Daher setzt einfach einen Doppelpunkt vor “wie er uns in ihm auserwählt hat”.
Und weil es, wie gesagt, um die Segnungen geht, schlage ich vor, dass Ihr die Hauptaussage mit rot markiert: “Er hat uns gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt.” Diese Aussage markiert und lernt auswendig und denkt immer wieder darüber nach. Das ist transportable Seelsorge in der Konserve. Jederzeit können wir unseren Blick auf ihn richten, wenn wir diese Konserve öffnen.

Die verschiedenen Segnungen und noch viel mehr entdecken

Wer steht im Mittelpunkt?

Bevor wir uns den verschiedenen Segnungen zuwenden, betreiben wir erst einmal ein wenig “Theologie für Optiker”
Mindestens 12x wird in diesem einen griech. Satz auf Christus verwiesen: In Christus gesegnet, in ihm auserwählt, durch Jesus vorherbestimmt usw. (siehe Markierungen).
Lesen wir das - oder überlesen wir es, weil unsere Augen gerne das (auch sehr häufig) vorkommende "uns" im Text sehen: Er hat uns gesegnet, wir haben die Erlösung, uns wurde reichlich gegeben...
Lesen wir das - oder überlesen wir es, weil unsere Augen gerne das (auch sehr häufig) vorkommende "uns" im Text sehen: Er hat uns gesegnet, wir haben die Erlösung, uns wurde reichlich gegeben...
Martyn Lloyd-Jones observes (God’s Ultimate Purpose [Baker], p. 13),
“Much of the trouble in the Church today is due to the fact that we are so subjective, so interested in ourselves, so egocentric. That is the peculiar error of this present century.”
Martyn Lloyd-Jones observes (God’s Ultimate Purpose [Baker], p. 13), “Much of the trouble in the Church today is due to the fact that we are so subjective, so interested in ourselves, so egocentric. That is the peculiar error of this present century.” He goes on to argue that the message of the Bible is to bring us back to God, to humble us before Him, so that we can see our true relationship to Him in all of His glory. He argues (ibid.), “We must not start by examining ourselves and our needs microscopically; we must start with God, and forget ourselves.”
observes (God’s Ultimate Purpose [Baker], p. 13), “Much of the trouble in the Church today is due to the fact that we are so subjective, so interested in ourselves, so egocentric. That is the peculiar error of this present century.” He goes on to argue that the message of the Bible is to bring us back to God, to humble us before Him, so that we can see our true relationship to Him in all of His glory. He argues (ibid.), “We must not start by examining ourselves and our needs microscopically; we must start with God, and forget ourselves.”
He goes on to argue that the message of the Bible is to bring us back to God, to humble us before Him, so that we can see our true relationship to Him in all of His glory. He argues (ibid.),
“We must not start by examining ourselves and our needs microscopically; we must start with God, and forget ourselves.”
Bitte nehmt einen Buntstift zur Hand, z.B. orange. Markiert damit alle Formulierungen, die auf Jesus verweisen, wo es z.B. heißt “in Christus”, "in ihm" oder "vor ihm"
Beginnt am Ende von Vers 3, oder “in ihm (auserwählt)” und etwas später “(tadellos) vor ihm” (beides Vers 4). Insgesamt sollten es 12 Stellen sein.

Was ist das Ziel?

Eine Phrase kommt dreimal vor: “zum Preise der Herrlichkeit”. Findet sie und markiert sie mit hellem lila, Flieder o.ä.

Der Wille Gottes ist entscheidend

Eine weitere Phrase bezieht sich auf den “Willen Gottes” - wie oft findet Ihr sie? Markiert sie grün.

Die einzelnen Segnungen

markiert sie in lila. Ich komme auf 9 Stück, aber das ist nicht zwingend und auch nicht entscheidend.

Outro

Paulus dachte viel über die Segnungen nach. Er war in der Lage, sehr viel darüber zu sagen. Sein Herz war voll davon. Und er gibt uns diese Weisheit weiter.
Auch wenn es nicht ausdrücklich dasteht, so bekommen wir wohl auch einen guten Eindruck in sein Gebetsleben. Denn er fordert ja nicht nur andere auf, gute Worte über Gott zu sagen, sondern er tut es selbst. Und so möchte ich herzlich dazu einladen, dass Ihr in den nächsten Tagen
Euch euren bunten Zettel nehmt
jeden Tag eine der Segnungen vornehmt.
ihr den jeweiligen Halbsatz noch einmal lest und durchdenkt, und dann
Gott für diese Sache “Gute Worte” sagt, d.h. dass Ihr seine Segnung benennt, anerkennt und dafür dankt.
Wenn Ihr das tut, werdet Ihr Euer Bestimmung gerecht: Wir preisen dann sein Herrlichkeit, auch die Herrlichkeit seiner Gnade. Und das war ja unsere besiegelte Vorherbestimmung!
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