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Die Völkertafel

The Tower  •  Sermon  •  Submitted
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Grundsätzliches Verständnis der Völkertafel

Notes & Transcripts

Einleitung

Nachdem die Predigtplanung mich zweimal hintereinander in eurer Gemeinde zur Predigt vorsieht, will ich die Chance beim Schopf packen und eine Minipredigtserie mit euch teilen.
Vor einigen Jahren habe ich meinen Kindern als Gute-Nacht-Geschichte Episoden aus der Bibel erzählt. Als wir dann beim Turmbau zu Babel waren, habe ich gemerkt, dass ich die Geschichte nach meinem Verständnis nicht für einen 3-Jährigen vereinfachen musste. Mein Verständnis von dieser Geschichte war auf dem Niveau eines 3-Jährigen. Das hat mir sehr zu denken gegeben, und ich habe mich in diese Kapitel tiefer hineingekniet.
Bevor wir jedoch mit der gutbekannten Geschichte des Turmbaus zu Babel nächsten Sabbat beginnen, wollen wir uns heute eingehender mit der Völkertafel in auseinandersetzen.

Noahs Weinberg

Und diese Völkertafel beginnt nicht erst in sondern bereits im Kapitel 9. Die Sintflut hat ihr Ende gefunden und Gott hat seinen Bund mit Noah geschlossen (Regenbogen). Jetzt könnten die Ereignisse um Noah eigentlich beendet werden.
Es folgt aber noch die ominöse Geschichte um Noahs Weinberg. Ihr kennt die Begebenheit: Noah pflanzt einen Weinberg, trinkt zu viel, liegt entblößt in seinem Zeltund wird von Ham gefunden. Ham erzählt seinen Brüdern davon, die daraufhin ihren Vater zudecken. Und hier wollen wir in den biblischen Text einsteigen:
Genesis 9,24–27 LUT84
Als nun Noah erwachte von seinem Rausch und erfuhr, was ihm sein jüngster Sohn angetan hatte, sprach er: Verflucht sei Kanaan und sei seinen Brüdern ein Knecht aller Knechte! Und sprach weiter: Gelobt sei der Herr, der Gott Sems, und Kanaan sei sein Knecht! Gott breite Jafet aus und lasse ihn wohnen in den Zelten Sems und Kanaan sei sein Knecht!
Genesis 9,24–28 LUT84
Als nun Noah erwachte von seinem Rausch und erfuhr, was ihm sein jüngster Sohn angetan hatte, sprach er: Verflucht sei Kanaan und sei seinen Brüdern ein Knecht aller Knechte! Und sprach weiter: Gelobt sei der Herr, der Gott Sems, und Kanaan sei sein Knecht! Gott breite Jafet aus und lasse ihn wohnen in den Zelten Sems und Kanaan sei sein Knecht! Noah aber lebte nach der Sintflut dreihundertundfünfzig Jahre,
Dies ist die Prophezeiung Noahs - quasi der Epilog zu . Und mit diesem Segen und Fluch im Hinterkopf wollen wir uns mal anschauen, was aus den Völkern dann in Kapitel 10 geworden ist.

Die Völkertafel

Gen 9:
Dieses Kapitel 10 ist ein weiterer Prüfstein, ob die Bibel auch in Details verlässlich ist oder ob es hier und da eine gewissen Art der Relativierung braucht. Um das herauszufinden wollen wir die Beschreibung in Kapitel 10 zum einen anhand der Wissenschaft – und hier werden wir einen kurzen Blick auf die Molekularbiologie werfen - prüfen und zum anderen daran, was die Geschichtsschreibung über die Entwicklung der Völker sagt. Sind die Zusammenhänge, wie in beschrieben, historisch überhaupt nachvollziehbar?
Ist es überhaupt möglich ist, dass sich innerhalb so kurzer Zeit die gesamte Weltbevölkerung hat bilden können? Wie genau und präzise sind unsere heutigen Daten und Messmethoden? Taugen sie überhaupt dazu, Antworten auf die Fragen nach der Entwicklung der Menschheit geben zu können? Mittlerweile gibt es durchaus durch die Wissenschaft fundierte Antworten auf diese Fragen. Speziell die genetische Forschung, die sich mit dem Erbgut der Menschheit beschäftigt, gibt hier solide Einblicke. Dr. Robert Carter, Genetiker und Meeresbiologe von Creation Ministries International (CMI) führt aus, dass gerade die Genetik die These der Bibel stützt. Warum?
Die Evolutionstheorie geht davon aus, dass der Mensch (Homo sapiens sapiens) sich über einen sehr langen Zeitraum entwickelt hat. Auch die Population der Welt hat ihren Ursprung vor mehreren 10.000 Jahren. Jetzt würde man erwarten, dass das Erbgut (die DNA) der Menschen heute sich durch zufällige Mutationen in der Vergangenheit sehr stark voneinander unterscheiden wird. Sprich, dass die Varianz der einzelnen Chromosomen beim Menschen sehr hoch ist. Die wissenschaftlichen Daten spiegeln jedoch eine andere Wirklichkeit wieder. Zum Beispiel wird die DNA in den Mitochondrien (die Mitochondrien sind Bestandteile der menschlichen Zelle) nahezu unverändert von der Mutter an die Nachkommen weitergeben. An Bord der Arche waren Noahs drei Söhne mit ihren Frauen, die nicht miteinander verwandt waren (also unterschiedliche DNA in den Mitochondrien hatten). Auf allen Kontinenten lässt sich die DNA in den Mitochondrien heute drei großen Gruppen zuordnen, die zurück auf die Schwiegertöchter Noahs gehen. Das ist doch faszinierend. Daneben gibt es noch viele weitere Hinweise durch die Genetik, dass der Bericht der Bibel wahr ist.
Diese Folie gibt uns einen Überblick über die Nachkommen, wie sie von Shem, Ham und Japhet in überliefert wurden. Für jede dieser drei Gruppen steht ein bestimmtes Männchen. Und jetzt schauen wir uns mal an, wo sich die verschiedenen Völker in der Welt niedergelassen haben. Ich werde an dieser Stelle mit Details sehr sparsam umgehen. Wer nähere Informationen möchte, darf die Schaufel in die Hand nehmen und selbst im Sand der Geschichte graben ;)
Schauen wir uns als erstes die Nachkommens Japhets an, die auch als erstes in genannt werden. Die Familie hat sich schon recht früh aufgeteilt, wo ein Teil nach Europa und der zweite Teil nach Indien ausgewandert ist. Man spricht heute auch von der indo-europäischen Sprachfamilie bzw. vom indo-germanischen.
Die Nachkommen Hams haben sich allerdings sehr weit ausgebreitet. Zunächst haben sie den Norden Afrikas bevölkert und sind auch Richtung Osten aufgebrochen bis sie die Ausläufer des Himalayas passiert haben. Von da aus haben sie China besiedelt und sind über Alaska bis nach Nordamerika gekommen. Dabei ist zu sagen, dass gerade die hamitischen Völker mit den meisten Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Sie waren diejenigen, die am anpassungsfähigsten sein mussten. Das Ergebnis ist eine Vielzahl von technischen Errungenschaften, auf denen die japhetischen Völker später aufbauen konnten. Aus den Nachkommen Hams sind die ersten Zivilisationen wie die Sumerer, die Azteken und die Mayas hervorgegangen. Sie haben gelernt, den Ackerbau zu kultivieren, hatten aber auf der anderen Seite auch religiöse Praktiken, die man als sehr fragwürdig betiteln darf.
Die semitischen Völker hingegen sind ihren örtlichen Wurzeln treu geblieben. Großartige Wanderlust hatten sie keine und waren damals eher Mitläufer der Geschichte.
Wenn man an dieser Stelle schauen würde, wie sich Noahs Prophezeiung erfüllt hat, käme man zu einem interessanten Ergebnis. Hams Nachkommen, die verflucht wurden, haben sich am meisten ausgebreitet und bestimmen das Weltgeschehen – wirtschaftlich, kulturell und religiös. Sie haben das Zepter der Welt in ihrer Hand und strafen Noah lügen.
Wir stehen auch manchmal in der Gefahr und schauen, ob sich bestimmte Vorhersagen zu unserer Lebzeit erfüllt haben oder nicht. Jona z.B. war eine Zeitlang ein falscher Prophet, wenn man zumindest davon ausgeht, dass ein Prophet daran erkennbar ist, dass genau das eintritt, was er sagt.
Aber schauen wir uns mal an, wie sich die Welt in den letzten 5000 Jahren verändert hat.
Hier sieht man eine deutliche Verschiebung der Kräfte. Die japhetischen Völker haben sich durch die Kolonialisierung und Völkerwanderung massiv ausgebreitet. Man kann sagen, dass die japhetischen Völker heute die nördliche Hemisphäre dominieren. An die alten hamitischen Völker erinnern nur noch die imposanten Bauwerke. Schaut man sich die Welt heute an, hat Noah Recht behalten. Seine Vorhersage ist leider wahr geworden – wenigstens was die Ausbreitung angeht.
Was hat es nun mit den Zelten Shems auf sich, in den Japhet wohnen wird? Was meint Noah damit? Die Frage ist recht einfach zu beantworten. Das Zelt, welches als Zuhause fungiert, bietet Obdach, Geborgenheit und Schutz. Ein berühmter Zeltmacher war Paulus. Er hat Zelte gebaut, in denen andere Menschen dann gewohnt haben. Gleichzeitig hat er das Evangelium verkündigt, in dem andere Menschen dann ihr Zuhause gefunden haben. Er hat ihnen ein ideelles Zelt gebaut, in welchem sie dann echte Geborgenheit hatten. Und so sind alle drei großen Weltreligionen Judentum, Christentum und der Islam aus den semitischen Völkern hervorgegangen bzw. begründen ihre Abstammung aus dieser.
Und genau diesen Aspekt wollen wir uns noch etwas genauer anschauen.
Wenn man sich diese Auflistung der Nachfahren etwas genauer anschaut, bemerkt man gleich, dass Gott hier seinen Fokus auf die Nachkommen Arpachschads setzt. Da ist die Frage: Warum macht er das? Kommt euch da irgendein Name bekannt vor? Auf den ersten Blick wohl nicht. Aber vielleicht auf den zweiten J
Da ist von einem gewissen Eber die Rede. Das interessante ist, dass dieser nicht nur in dieser besonderen Blutlinie auftaucht, sondern Mose ihn sogar beim Schreiben noch extra herausstellt:
Lesen
Auf diesen Eber bzw. auch Heber geht die Bezeichnung Hebräer zurück. D.h. das Hebräische wurde bereits von Noahs Ur-Ur-Enkel gesprochen. Es gibt auch das Gerücht, dass dieser Eber beim Turmbau zu Babel nicht mitgemacht hat und deshalb seine Sprache – das hebräische – nicht verwirrt wurde.
Wenn man sich ein wenig mit diesen Namenstafeln auskennt, dann wird man wissen, dass Abraham ein Nachkomme Pelegs war. Interessanterweise verfolgt Mose in seiner Beschreibung hier aber nicht die Geschichte Pelegs weiter, sondern dessen Bruder Joktans. Und die Zahl von 13 Söhnen ist schon recht beachtlich. Der letzte Name, der hier in dieser Auflistung genannt wird ist Jobab. Es gibt Bibelforscher, die diesen Namen Jobab mit einem gewissen Hiob aus der Bibel in Verbindung bringen, dessen Geschichte ja auch von Mose aufgeschrieben wurde. Die Hinweise und Indizien sind sehr zahlreich, dass es sich bei Jobab und Hiob um ein und dieselbe Person handelt. Das würde auch erklären, warum Mose hier den Schwerpunkt auf den Bruder Pelegs legte.

Schluss

Was sehen wir aus all dem für uns?

Punkt 1 - Schätze in der Bibel

Dieses Kapitel 10 aus Genesis ist deutlich spannender als es auf den ersten (und zweiten) Blick scheint. Wir müssen nur die Zeit aufbringen, hier etwas tiefer zu graben. Die Schätze liegen ganz dicht unter der Oberfläche! Ich ermutige euch, euch auch mal solche Kapitel in der Bibel anzuschauen, die man nicht jeden Tag liest oder sogar nie.

Punkt 2 – Die Bibel ist vertrauenswürdig

Die Bibel ist vertrauenswürdig und zeigt uns einen korrekten Ablauf der Weltgeschichte. Wir brauchen nicht zu relativieren, sondern einfach nur lesen – und kommen so zu Wissen. In Gottes Wort haben wir ein solides Fundament.

Ausblick

Nächste Woche werden wir dann in die Geschichte aus tiefer einsteigen, die sich zur Zeit eines gewissen Nimrods ereignet hat, dem wir heute auch schon begegnet sind. Und ich kann euch versprechen, dass es spannend werden wird.
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