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Predigt über Mk.12,41-44

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Notes & Transcripts

Predigt über Mk.12,41-44

Autor: Thomas Ehlert

Erstelldatum: 1. März 1999

Titel: Geld - Jesus will alles

Bibelstelle: Mk.12,41-44

Anzahl der Seiten: 6

Anzahl der Wörter: 2252

Anzahl der Zeichen: 10907

Sammelsurium[TE1] 

Gepredigt:

Datum Ort Bemerkungen
7.3.99 Blasheim Probepredigt
     
     
     

Jesus schaut auf’s Geld.......................................................................... 2

Textlese Ich lese uns Mk.12,41-44..................................................... 2

Jesus schaut auch auf unser Geld....................................................... 2

Jesus will alles -Aber es geht nicht ums Geld – Jesus will uns ganz...... 2

Was heißt diese Geschichte für uns?.................................................. 2

Jesus will, dass wir alles geben........................................................... 3

Warum will Jesus alles?.................................................................. 3

Weil er sich ganz gegeben hat. Passionszeit............................... 3

Weil es ums Vertrauen geht....................................................... 4

Alles bitte nicht falsch verstehen!...................................................... 5

Ganz konkret, am Beispiel Geld............................................................ 5

Was heißt es: Ich gebe Jesus mein ganzes Geld?............................... 5

Alles für Jesus ist eine Befreiung und kein Druck............................. 5

Matthias Claudius.............................................................................. 6


! Jesus schaut auf’s Geld

Können Sie mir sagen, was ihr Nachbar gerade in den Klingelbeutel geworfen hat?

Sie sitzen daneben und gucken nicht hin? Obwohl sie daneben sitzen? Interessiert sie das nicht.

Und wenn sie dann doch hingeschaut hätten, so ganz geschickt, mit dem gelernten Schüler-Schieler-Abschreibblick,. dann sagt man das doch nicht.

Sammeln Presbyter am Ausgang? Schauen sie, was gegeben wird?

Diskretion – taktvolle Zurückhaltung,  am Bankschalter und auch sonst, was wir verdienen und was wir auf der hohen Kante haben, geht keinen was an. Über Geld spricht man nicht, das hat man, und sonstige Sprüche

Und wir alle sind dazu erzogen, in finanziellen Angelegenheiten unseren Kopf nachdenkerisch in die Luft zu heben, anstatt mit Adleraugen den anderen ins Portmonee zu schauen. Wahrscheinlich hat diese Erziehung bei Jesus versagt. Der macht das nämlich nicht.

Jesus sitzt da im Tempel und schaut den Leuten auf die Finger, schaut ganz genau und indiskret hin.

Textlese Ich lese uns Mk.12,41-44

Jesus schaut auch auf unser Geld

Das finde ich erst einmal einen erstaunlichen Gedanken. Jesus schaut auf unser Geld. Ihn interessiert, was wir geben. Ihm ist es nicht egal, was wir mit unserem Geld so alles machen. Er schaut hin. Er ist indiskret. Er akzeptiert nicht unser gesellschaftliches „darüber redet man nicht”. Er sitzt da im Tempel und beobachtet die Leute… (sieben Trichter wie eine Posaune in die die Leute ihr Geld schmeißen.)

Und er sieht wie viele Leute viel geben und wie eine arme Witwe (Erklären des Sozialen Standes, Frauen hatten kein Erwerbseinkommen) wenig gibt und doch alles.

Geld ist ein Thema bei Jesus, überhaupt in der Bibel.

Ob das für uns auch noch ein Thema ist? Unser Umgang mit dem Geld.

In kirchlichen Gremien, da wird darüber geredet, momentan mehr denn je. Über die großen und immer kleiner werdenden Finanztöpfe.

Aber im privaten. Unser Umgang mit dem Geld. Hat da was mit unserem Glauben zu tun? Ihr Umgang mit dem Geld. Ist das ein Thema? In unseren Gemeinden, in unseren Predigten. Oder schweigt da des Pastors Höflichkeit. Heute ist es das Thema.

Jesus will alles -Aber es geht nicht ums Geld – Jesus will uns ganz

Was heißt diese Geschichte für uns?

Und die Frage ist: Was heißt diese Geschichte für uns? Sollten wir nicht ein bisschen mehr geben, freigiebiges sein? Ich meine, wenn uns mal wirklich jemand auf die Finger schaut, dann will man ja auch nicht so knauserig und zimperlich sein.

Jesus sieht auf unser Geld -  vielleicht hilft uns der Gedanke ja, ein paar Mark mehr zu geben.

Ich allerdings bin der Überzeugung, das ist hier nicht der Punkt. Es geht nicht um ein bisschen mehr. Für die arme Witwe ging es nicht darum, dass sie ein bisschen mehr gegeben hat, in Heller und Pfennig gerechnet gegen die normale Bevölkerung waren das doch eh nur Peanuts.

Nicht wegen ein bisschen mehr holt Jesus seine Jünger zusammen und sagt „schaut mal, diese Frau da”. Sondern weil sie ihr Ganzes gegeben hat, alles, ihren ganzen Lebensunterhalt.

Und wenn er diese Frau so in den Mittelpunkt stellt, dann will er das von seinen Jüngern, dann will er alles. Und dann will er das von seinen Jüngern und Jüngerinnen – von uns heute – auch. Diese Frau wird zum Vorbild für uns. Wenn sie mich fragen, was heißt diese Geschichte für uns, dann sage ich: Jesus will uns nicht ermuntern, ein bisschen mehr zu geben - Jesus will, das wir alles geben.

Jesus will, dass wir alles geben.

Es ist wichtig, dass wir das verstehen, Gott feilscht nicht um Prozente. Es geht nicht darum, dass wir dir fromme Mehrwertsteuer heraufsetzen. Nach dem Motto: Was haben wir für Gott übrig? Haben Sie was für Gott übrig? Jesus will alles.

Warum will Jesus alles?

Weil er sich ganz gegeben hat. Passionszeit

Er stirbt nicht nur zum Teil, er opfert sich nicht nur zur Hälfte. Er vergibt uns nicht nur 50 %.

Er will ganz für uns da sein. Jesus sagt: Ich kann nur ganz für dich da sein, wenn du dein ganzes Leben auch in meine Hand gibst. Dein ganzes Leben. Und dazu gehört doch auch mein ganzes Geld. Christsein heißt: ich gebe mein ganzes Leben in die Hand Gottes. Und er ist der Herr meines Lebens, mein Herr. Und als Herr hat er zu bestimmen, als Herr hat er das Sagen.

Bitte nicht falsch verstehen. Er ist ein guter Herr, er ist besser Herr über mein Leben als ich es jemals selbst sein könnte. Aber damit er mein Leben erfüllen und reich machen und neu machen kann, muss ich ihm mein Leben geben. Und zwar mein ganzes. Mit allem was dazu gehört und eben auch mit dem Geld.

Es gibt eine schöne Geschichte von einem Brautpaar, und das ist ja so etwa ähnliches wie mein Verhältnis zu Gott.

Da war eine wunderbare Hochzeitsfeier. Ein strahlendes Brautpaar, fröhliche Gäste, ausgelassenes Feiern, ein herrliches Fest. Eine unvergeßliche Hochzeitsreise schloß sich an. Auf der Rückfahrt wird die junge Frau plötzlich ernst und erklärt ihrem Mann:

„Ich danke dir für alles, für dei­ne Liebe, dafür, daß ich zu dir gehören und mit dir verbunden sein kann. Aber nun möchte ich doch lieber in meine alte Wohnung, in meinen alten Beruf, zu meinen alten Freunden. Ich möchte schon deine Frau sein, aber doch lieber für mich leben! Ich komme einmal in der Woche zu dir. Wenn ich dich brauche, rufe ich dich an. Aber sonst möchte ich allein klarkommen. Wenn ich krank bin oder Geld brauche, in Schwierigkeiten stecke oder nicht weiter weiß, melde ich mich sofort, bei dir. Ich bin ja so froh, daß ich einen guten Mann habe. Aber ich möchte meinen Lebensalltag doch gern allein bestimmen. Wenn ich später einmal sterbe, möchte ich natürlich ganz in dein Haus kommen. Aber ich hoffe, daß das noch sehr lange dauert!"

Mit dem jungen Ehemann empfindet wohl jeder: So geht es nicht. Das ist doch keine Ehe! Ganz oder gar nicht, gilt für die Ehe. Und das schönste ist es doch, wenn ich ganz mit meinem Partner leben darf, alles mit teilen: Was mein ist, ist sein, und was sein ist, ist mein. Und eben ein solches ganz oder gar nicht gilt auch für meinen Glauben.

— Und doch leben viele Christen ihre Glaubensbeziehung zu Jesus anders. Sie haben einen wunderbaren Herrn. Aber ihr Alltagsleben bestimmen sie allein. Und übers Geld auch. In Not und Schwierigkeiten rufen sie zu Jesus. Aber sonst gehen sie in ihren alten Gewohnheiten auf. Die Ewigkeit wollen sie selbstverständlich bei Jesus verbringen. Aber im Leben wollen sie doch lieber allein zurechtkommen. Sie tragen den Na­men ihres Herrn. Aber sie leben letztlich im eigenen Namen.

Im NT –geht es immer ums Ganze: Nachfolge, Jesus der Herr. Gott lieben mit ganzem Herzen. Der Mensch wird ganz von Gott in Anspruch genommen.

Die ganze Schuld geben wir gerne bei ihm ab

Die ganze Verantwortung schieben wir ihm auch gerne in die Schuhe

Unsere ganze Hoffnung setzen wir auch gerne auf ihn.

aber das ganze Geld…

Jesus sieht den Leuten aufs Geld und ins Portmonee, aber das ist nur das Vordergründige. Jesus sieht den Leuten über das Geld ins Herz. Und er sucht Menschen, die Gott mit ganzem, mit ungeteiltem Herzen vertrauen. Gott will nicht unser Portmonee, sondern unser Herz, aber allzu oft steckt unser Herz in unserem Portmonee. Es geht nicht um ein bisschen mehr Geld in den Klingelbeutel oder ein bisschen weniger. Es geht ums Vertrauen.

Und in Angelegenheiten des Vertrauens geht es immer ums ganze.

Weil es ums Vertrauen geht

Die Witwe setzt ihr ganzes Vertrauen auf Jesus. Glauben ohne Netz und doppelten Boden. Sie hatte 2 Scherflein, (Leptoi, Pfennige, würden wir sagen) eingeworfen. Hätte einer nicht gereicht? 50% des Besitzes abgeben. Hätte das nicht mehr als gereicht? Und wäre das in den Augen der Vernunft nicht auch schon unverantwortlich gewesen?

Aber ihr Tun ist geprägt von einem Vertrauen zu Gott. Von einem Zutrauen, dass er sie auch weiterhin versorgen will. Ein Zutrauen, das sich nicht noch eine Hintertür offen lässt. Sondern alles auf eine Karte setzt.

Und Jesus sitzt da und sieht, wie viele etwas für Gott übrig haben. Etwas übrig. Von ihrem Überfluss geben.

Und dann sieht er diese Frau, die mit ganzem Herzen und ganzen Vertrauen ihr ganzes Geld Gott gibt. Und darum holt er seine Jünger damals und uns seine Jüngerinnen und Jünger heute zusammen und zeigt auf diese arme Frau. Die nicht mehr viel Wert war, Gesellschaftlich nicht anerkannt und am Rande. „So sollt ihr sein, so dürft ihr sein.”

Gott ist nicht schon froh, wenn Leute etwas für ihn übrig haben - Gott will alles.

Alles bitte nicht falsch verstehen!

Da muss nicht heißen, das ich jetzt mein ganzes Geld samt Checkkarte und Geheimnummer gleich in den Klingelbeutel schmeiße. Die alte Witwe damals hatte für keinen anderen zu sorgen.

Wenn sie Kinder haben und Familie dann unterstehen sie sich, ihr Geld einfach wegzuwerfen. Dann hat Gott ihnen für Menschen eine Verantwortung gegeben. Und dann sein sie mal nicht zu knauserig, wenn es darum geht ihrer Frau ein paar Blumen mitzubringen oder den Kindern ein Eis zu spendieren.

Gott will alles. Mein Geld Gott geben, heißt nicht in allen Fällen, und wahrscheinlich in den seltensten Fällen,  mein ganzes Geld zu spenden.

Sondern jetzt geht es erst einmal um einen inneren Prozess. Das ich mir bewusst mache, ich gebe mein Geld Gott. Es gehört Gott. Und er gibt mir dann zurück, was ich brauche. Ohne ihn würde ich es eh nicht bekommen und verdienen können, wenn er nicht seine Hand über mir hält.

Ganz konkret, am Beispiel Geld

Was heißt es: Ich gebe Jesus mein ganzes Geld?

Deswegen beten wir in der Familie vor jeder Mahlzeit, und danken Gott. Um uns das bewusst zu machen, es ist sein, was wir essen. Es ist nicht unser.

Und ich lade sie dazu ein, ihr ganzes Geld ganz bewusst Gott zu geben. Haben sie schon einmal für einen Kontoauszug gedankt? Das wäre ein erster Schritt.

Und ich mach einen noch einen weitergehenden Vorschlag. Wenn sie das Geld für den Monat abholen, am ersten oder am 15. oder wann es das bei ihnen so gibt – dann vollziehen sie doch bitte diesen inneren Prozess: »Gott es ist dein Geld«. Und buchen sie dieses Geld gedanklich auf Gottes Konto um. Und leben sie von anderer Leute Geld – und leben sie von Gottes Geld.

Wenn wir von anderer Leute Geld leben, dann leben wir bewußter und dazu lade ich sie ein. Leben sie bewußter mit dem Geld. Weil es Gottes Geld ist. Geben sie alles Gott. Und sein sie Gottes Verwalter. Und dann schauen sie, was er ihnen zurückgibt, für das, was sie und ihre Familie im Leben brauchen. Und was er sonst mit dem Geld vorhat. Und dann werden sie hellhörig dafür, was Gott mit seinem Geld anfangen will.

Es gehört Gott. Ich gebe es Gott.

Alles für Jesus ist eine Befreiung und kein Druck

Ich möchte zum Ende kommen. Aber, wenn sie jetzt den Eindruck gewonnen haben, dass es um etwas sehr bedrückendes geht, dann hätten sie mich falsch verstanden.

Wenn ich Jesus, diesem Jesus alles überlasse, dann ist das nichts, was mich kaputt mach, was mich fertig macht, wovor ich Sorge oder Angst haben müsste. Bitte verstehen sie es nicht so, als irgendein Zwang, als irgendetwas, was nun noch von ihnen erwartet würde, als eine Last, die Jesus ihnen auferlegt. Es geht hier um eine Befreiung.

Vieles von dem was da so toll daherkommt und Geld allemal, hat Klebe an den Fingern, nimmt mich gefangen und ich werde es nicht mehr los. (Hefeteig backen)

Es geht um Befreiung, es geht um Erfüllung, es geht um Freude, wenn mein ganzes Leben Jesus gehört, meine ganze Zeit, mein ganzes Geld. Es ist immer ein Gewinn.

Das Geld klebt, das Freiheit vom Geld Befreiung ist, wußte schon Matthias Claudius.

Matthias Claudius

TÄGLICH ZU SINGEN

Ich danke Gott mit Saitenspiel,
Daß ich kein König worden;
Ich wär geschmeichelt worden viel,
Und wär vielleicht verdorben.
Auch bet ich ihn von Herzen an,
Daß ich auf dieser Erde
Nicht bin ein großer reicher Mann,
Und auch wohl keiner werde.

Denn Ehr und Reichtum treibt und bläht,
Hat mancherlei Gefahren,
Und vielen hat's das Herz verdreht,
Die weiland wacker waren.

Und all das Geld und all das Gut
Gewährt zwar viele Sachen;
Gesundheit, Schlaf und guten Mut
Kann's aber doch nicht machen.

Und die sind doch, bei Ja und Nein!
Ein rechter Lohn und Segen!
Drum will ich mich nicht groß kastein
Des vielen Geldes wegen.
Gott gebe mir nur jeden Tag,
Soviel ich darf zum Leben.
Er gibt's dem Sperling auf dem Dach;
Wie sollt er's mir nicht geben!

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft bewahre unserer Herzen und Sinne in Jesus Christus unserm Herrn.


 [TE1]Die drei schönsten Wassersportarten sind: In Geld schwimmen, in Glück baden, in Liebe tauchen.

Es ist nicht so gut mit Geld, wie es schlecht ist ohne.

Wie kommt es, daß am Ende des Geldes noch soviel Monat übrig bleibt?

Geld regiert die Welt.

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