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Die Jungedjahre von Jesus  •  Sermon  •  Submitted
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Einleitende Gedanken
Mit fünf Jahren staute der Junge Wasser in kleinen Lehmmulden. Da kam der Sohn des Schriftgelehrten Annas, der nahm einen Weidezweig und brachte damit das Wasser, das der Junge zusammengeleitet hatte, zum Abfliessen. Als dieser sah, was geschah, wurde er aufgebracht und sprach zu ihm: «Du Frecher, du Gottloser, du Dummkopf, was haben dir die Gruben und das Wasser zuleide getan? Siehe, jetzt sollst auch du wie ein Bum verdorren und weder Blätter noch Wurzeln noch Frucht tragen.» Und alsbald verdorrte jener Knabe ganz und gar. Da machte sich der Junge der fünfjährige davon und ging nach Hause. Die Eltern des Verdorrten aber trugen diesen, sein Jugendalter beklagend, weg, brachten ihn zum Vater des fünfjährigen und machten ihm Vorwürfe: «Solch einen Knaben hast du, der so etwas tut.»[1]
Die Juden waren aufgrund der Anweisungen von Mose dazu angehalten, jedes Jahr zu den drei grossen Festen nach Jerusalem zu reisen. So steht des im 5. Buch Mose:
„Dreimal in jedem Jahr sollen alle Männer Israels zum Herrn, eurem Gott, an die Stätte kommen, die er auswählen wird: zum Fest der Ungesäuerten Brote, zum Pfingstfest und zum Laubhüttenfest.“ Deut.16,16.
Als dieser fünfjährige dann ungefähr acht Jahre alt war, ging er zu seinem Vater in die Werkstatt, der Zimmermann war und Pflüge und Joche herstellte. Nun erhielt sein Vater den von einem Reichen den Auftrag, ihm ein Bett anzufertigen. Da aber das eine Brett kürzer war als das sogenannte Gegenstück und sie nicht wussten, was tun, sagte der Junge zu seinem Vater: «Lege die beiden Hölzer nieder und mache sie von der Mitte aus auf der einen Seite gleich.» Und der Vater tat, wie er ihm gesagt hatte. Da trat der Junge auf die andere Seite, fasste das kürzere Holzstück an, streckte es und machte es dem anderen gleich. Und sein Vater sah es und staunte, und er umarmte den Knaben und küsste ihn und sprach: «Selig bin ich, dass mir Gott diesen Knaben geschenkt hat!»[2]
Ich könnte noch viele Geschichten von diesem Jungen erzählen. Einem Jungen, der Wutanfälle hat, der erstaunliche Wunder vollbringt, der sich von älteren Gelehrten nicht belehren lässt sondern sie beleidigt und beschämt usw. Er war ein Junge, dessen Worte, ob gut oder bös, zu Taten wurden.
Die Feste mussten von den Männern besucht werden, aber die Frauen durften selbstverständlich ihre Männer begleiten. Und so reisten die Eltern von Jesus jedes Jahr nach Jerusalem zum Passafest, denn sie waren tiefgläubige Menschen, die die Anweisungen Gottes befolgten.
Als Jesus zwölf Jahre alt war, nahmen sie den Jungen mit und gingen wieder dorthin, wie es der Sitte entsprach. Lk.2,42.
Diese Geschichten finden wir im sogenannten Kindheitsevangelium nach Thomas (KThom). Eine Schrift, die vermutlich Ende des 2. Jahrhunderts entstand und weite Verbreitung fand. Ist aber nicht mit dem heute bekannteren Thomasevangelium zu verwechseln.
Ich nehme an, dass es der Sitte entsprach, dass die Knaben ab 12 Jahren zu den Festen mitgenommen wurden. Von daher können wir annehmen, dass die Buben spätestens ab 12 Jahren in die religiöse Praxis eingeführt wurden. Bar Mizwa ist heute beiden Juden die Feier, an der Buben, die das 13. Lebensjahr vollendet haben, sich feierlich verpflichten, sich an die religiösen Vorschriften des Judentums zu halten. So eine Art Konfirmation bei den Reformierten oder Firmung bei den Katholiken.
Diese Geschichten über Kindheit von Jesus sind völlig absurd. Eigentlich finden wir nur eine Geschichte aus der Jugendzeit von Jesus in den Evangelien und das ist die Geschichte, als Jesus 12jährig mit seinen Eltern zum Passafest nach Jerusalem reiste. Lesen wir zuerst diese Geschichte im Lukasevangelium Kapitel 2, Verse 41-52.
Jesu Eltern zogen jedes Jahr zum Passafest nach Jerusalem hinauf. Lk.2,41.
Als Jesus zwölf Jahre alt war, nahmen sie den Jungen mit und gingen wieder dorthin, wie es der Sitte entsprach. Lk.2,42.
Doch als sie sich nach den Festtagen auf den Heimweg machten, blieb Jesus in Jerusalem, ohne dass seine Eltern etwas davon wussten. Lk.2,43.
Sie dachten, er sei irgendwo in der Pilgerschar. Erst nachdem sie eine Tagereise zurückgelegt hatten, fingen sie an, unter Verwandten und Bekannten nach ihm zu suchen. Lk.2,44.
Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück, um ihn dort zu suchen. Lk.2,45.
Endlich, nach drei Tagen, fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Gesetzeslehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Lk.2,46.
Alle, die dabei waren, staunten über die Klugheit seiner Antworten. Lk.2,47.
Seine Eltern waren völlig überrascht, ihn hier zu sehen. »Kind«, sagte seine Mutter zu ihm, »wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich verzweifelt gesucht.« Lk.2,48.
Jesus erwiderte: »Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?« Lk.2,49.
Doch sie verstanden nicht, was er damit meinte. Lk.2,50.
X
Jesus kehrte mit seinen Eltern nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter behielt alle diese Dinge im Gedächtnis. Lk.2,51.
Jesus nahm weiter zu an Weisheit und wuchs zu einem jungen Mann heran. Gottes Gnade war mit ihm, und die Menschen hatten Freude an ihm. Lk.2,52.

I. Jesus feiert das Fest der Erlösung

Die Juden waren aufgrund der Anweisungen von Mose dazu angehalten, jedes Jahr zu den drei grossen Festen nach Jerusalem zu reisen. So steht des im 5. Buch Mose:
„Dreimal in jedem Jahr sollen alle Männer Israels zum Herrn, eurem Gott, an die Stätte kommen, die er auswählen wird: zum Fest der Ungesäuerten Brote, zum Pfingstfest und zum Laubhüttenfest.“ Deut.16,16.
Die Feste mussten von den Männern besucht werden, aber die Frauen durften selbstverständlich ihre Männer begleiten. Und so reisten die Eltern von Jesus jedes Jahr nach Jerusalem zum Passafest, denn sie waren tiefgläubige Menschen, die die Anweisungen Gottes befolgten.
Als Jesus zwölf Jahre alt war, nahmen sie den Jungen mit und gingen wieder dorthin, wie es der Sitte entsprach. Lk.2,42.
Ich nehme an, dass es der Sitte entsprach, dass die Knaben ab 12 Jahren zu den Festen mitgenommen wurden. Von daher können wir annehmen, dass die Buben spätestens ab 12 Jahren in die religiöse Praxis eingeführt wurden. Bar Mizwa ist heute beiden Juden die Feier, an der Buben, die das 13. Lebensjahr vollendet haben, sich feierlich verpflichten, sich an die religiösen Vorschriften des Judentums zu halten. So eine Art Konfirmation bei den Reformierten oder Firmung bei den Katholiken.

II. Jesus sucht die Nähe zum Vater

Wir erfahren nichts über ihren Aufenthalt in Jerusalem, aber umsomehr über die Heimreisen. Man reiste in grossen Grossen Karawanen. Jesus blieb jedoch in Jerusalem ohne den Eltern etwas zu sagen.
„Sie dachten, er sei irgendwo in der Reisegruppe.“ Lk.2,44.
So kann es auch bei uns sein, wenn wir als Gemeinde unterwegs sind. Die Kinder sind irgendwo und die Eltern gehen davon aus, dass sie mit irgendjemandem laufen und plaudern. Endlich interessierte sie dann doch noch, wo ihr Sohn ist.
„Erst nachdem sie eine Tagereise zurückgelegt hatten, fingen sie an, unter Verwandten und Bekannten nach ihm zu suchen.“ Lk.2,44.
Und sie fanden ihn nicht. Eltern muss ich ja nicht beschreiben, welche Gefühle sich entwickelt, wenn man seine Kinder sucht und nicht findet. Sie eilten zurück nach Jerusalem und das dauerte ja wieder einen Tag.
Jesus verbrachte seine Zeit im Tempelbezirk.
„Er sass mitten unter den Gesetzeslehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen.“ Lk.2,46.
Das war eine übliche Unterrichtsmethode. Es wurde nicht einfach doziert, sondern das Lernen geschah im Dialog. Das war und ist eine gute Methode Unklarheiten auf seiten der Hörer zu entdecken und falsche Auffassungen zu berichtigen.
Aber nicht nur der Schüler stellte Fragen, sondern es wurden auch Gegenfragen gestellt. Und da staunten die Lehrer sehr über die Weisheit dieses Knaben.
„Alle, die dabei waren, staunten über die Klugheit seiner Antworten.“ Lk.2,47.
Wir können uns lebhaft vorstellen, dass Josef und Maria in panikartigem Zustand in Jerusalem ankamen. Nun hatten sie ihren Sohn schon zwei Tage nicht mehr gesehen und sie hatten keine Ahnung, wo sie in finden könnten.
„Endlich, nach drei Tagen, fanden sie ihn im Tempel.“ Lk.2,46.

III. Jesus entwickelt sich ganz normal

X
Schlussgedanke
[1] Wilhelm Schneemelcher: Neutestamentliche Apokryphen, Bd I, 6.Aufl. (1990, Mohr, Tübingen), S.353-354.
[2] Wilhelm Schneemelcher: Neutestamentliche Apokryphen, Bd I, 6.Aufl. (1990, Mohr, Tübingen), S.357.
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