Faithlife Sermons

Ich öffne mein Herz ... und dann wird es licht

... und dann wird es Licht  •  Sermon  •  Submitted
0 ratings
· 1 view
Notes
Transcript

Einleitung

Ist es wirklich schon wieder soweit, dass wir ins neue Kirchenjahr starten? Es ist tatsächlich schon wieder der 1. Advent. Wir starten mit großen Schritten in die Zeit, in der wir uns daran erinnern, dass Gott gekommen ist. Mitten hinein in unsere Dunkelheit. Mitten hinein in die Gottlosigkeit. Mitten hinein in unsere Sorgen. Mitten hinein in die Kriege auf dieser Welt. Mitten hinein in meine Angst, meine Zweifel, meine Fragen, meine Ungewissheit, meine Leere.
Er kommt, … und dann wird es licht. Genau deshalb haben wir im Predigtteam diese Adventszeit unter dieses Überthema gestellt: … und dann wird es licht. Es wird hell. Die Dunkelheit muss weichen. Ein kleines Licht drängt die Dunkelheit zurück. Das war der erste Tag der Schöpfung. Gott ruft das Licht. “Es werde licht!” und die Dunkelheit weicht.
Gott lädt dich ein, dass dieses Schöpfungswunder auch in deine Lebensdunkelheit, in dein Lebenschaos hinein leuchtet.
Im Alten Testament finden wir in unzähligen Berichten, Gebeten, Liedern viele Beispiele, wie das Leben mit Gott funktionieren kann. Gerade in den Psalmen, die sehr konkrete Gebete für den Tempelgottesdienst gewesen sind, kann ich neutestamentliche Wahrheiten entdecken, die weit über diese konkrete Situation hinausgehen.
Es gibt einen Psalm, der dieses Kommen des Königs in sein Eigentum, dieses “Licht werden” aufgreift. Und den möchte ich uns jetzt vorlesen:
Psalm 24,1–10 BB
1 von david, ein psalm. Dem Herrn gehört die Erde mit allem, was sie erfüllt. Ihm gehört das Festland mit seinen Bewohnern. 2 Denn über dem Meer hat er die Erde verankert, über den Fluten der Urzeit macht er sie fest. 3 Wer darf hinaufziehen zum Berg des Herrn und wer darf seinen heiligen Ort betreten? 4 Jeder, der mit schuldlosen Händen und ehrlichem Herzen dort erscheint! Jeder, der keine Verlogenheit kennt und keinen Meineid schwört. 5 Wer das tut, wird Segen empfangen vom Herrn und gerecht gesprochen von Gott, der ihm hilft. 6 Dies ist die Generation, die nach ihm fragt: Sie suchen dein Angesicht, Gott Jakobs. sela. 7 Ihr Tore des Tempels, seid hocherfreut! Ihr Türen der Urzeit, öffnet euch weit! Es kommt der König der Herrlichkeit! 8 Wer ist der König der Herrlichkeit? Es ist der Herr – er ist stark und mächtig! Es ist der Herr – er ist machtvoll im Kampf! 9 Ihr Tore des Tempels, seid hocherfreut! Ihr Türen der Urzeit, öffnet euch weit! Es kommt der König der Herrlichkeit! 10 Wer ist der König der Herrlichkeit? Es ist der Herr der himmlischen Heere. Er ist der König der Herrlichkeit! sela.
Der König kommt. Er will es “licht werden” lassen. Ich lade dich ein, dir mit mir Gedanken darüber zu machen, wie und wem ich jetzt mein Herz öffnen kann:

Wem öffne ich mein Herz?

Dem HERRN gehört die Erde, sagt David. Yahwe ist der große König, der dieses Universum geschaffen hat. Alles ist sein Eigentum, alles gehört ihm. Und nicht nur alles, sondern auch alle! Alle Menschen gehören unserem Gott.
Und warum ist das so? Weil Gott, unser Vater, die Gesetzmäßigkeiten dieses Universums bestimmt hat. Er hat dem Chaos einen Riegel gesetzt. Er hat sein: “Es werde ...” gesprochen. Und alles hat sich seinem Willen fügen müssen und sich seinen Ideen entsprechend angeordnet.
Ich bin kein Physiker, ich bin Pädagoge. Aber ich hab mal einen Vortrag eines Physikers gehört, der uns mit hinein genommen hat zum einen in den Makrokosmos bis dorthin, wo die Physik in den Ursprung des Universums hineinrechnen kann und dann in den Mikrokosmos, bis hinein in die Welt der Atome. Und in beiden Welten herrscht so eine Ordnung, so eine Gesetzmäßigkeit, eine winzige Abweichung würde unser Leben unmöglich machen.
Wir haben einen großen allmächtigen König, der würdig ist, alle Ehre, allen Lobpreis, alle Anbetung entgegen zu nehmen. Er ist der Herr des Universums. Und er kam auf diese Erde. Zur Zeit des AT war er im Tempel in Jerusalem zu finden. In Jesus machte er sich ganz klein, wurde Mensch wie du und ich. Und jetzt wohnt er in jedem Menschen, als seinem Tempel, der sich ihm öffnet.

Wie öffne ich mein Herz?

Die Frage, die David in seinem Psalm nennt, klingt ganz anders! David fragt: Wer darf denn eigentlich den Tempel betreten? Ist das jetzt dasselbe? Heißt es, dass ich schuldlos sein muss und ehrlich bin? Dass ich niemals lüge? Dass ich in meinem Tun und Handeln immer so redlich und ehrlich bin, dass jeder meiner Schwüre einem Durchleuchten standhält? Und außerdem: Welchen Tempel soll ich denn jetzt besuchen? Wo ist “der Berg Yahwehs”?
Wenn ich die Aussagen von Paulus richtig deute, dann ist der Tempelberg heute, dann ist Zion heute die Gemeinde Jesu. Du und ich, Ihr und ihr, wir alle, die wir zu Jesus Christus gehören, wir sind Teil des Tempelberges. Wir sind lebendige Steine des Tempels, ja, unser Körper selbst ist Tempel des Heiligen Geistes.
Grundriss der Dogmatik Biblische Metaphern für die Gemeinde

Der Tempel Gottes ist eine weitere einzigartige neutestamentliche Metapher, die nicht für das alttestamentliche Volk Gottes gebraucht wird, obwohl sie eindeutig an die alttestamentliche Bildersprache des Tempels anknüpft. Der Tempel war der Ort der Herrlichkeit Gottes auf der Erde und der Ort, an dem Gott seinem Volk auf Grundlage der eingesetzten Opfer begegnete, die von der berufenen Priesterschaft dargebracht wurden. Aber diese Vorschattung der zukünftigen Realität wurde ersetzt durch Gottes Wohnen in und mit seinem Volk, persönlich und gemeinschaftlich, auf Grundlage des Opfers Christi, unserem Hohepriester. Der erste Hinweis auf diese Metapher erscheint in Jesu Verheißung, seine Gemeinde zu „bauen“ (Mt 16,18). Paulus erweitert sie: Er verwendet die Tempel-Metapher gemeinschaftlich für den gesamten Gemeindeköprer (1 Kor 3,9–17) und individuell für jeden Körper eines Gläubigen (1 Kor 6,19). Er wendet die Metapher außerdem gleichzeitig gemeinschaftlich und individuell an: In 2. Korinther 6,14–17 stehen seine Anweisungen und Pronomen im Plural, doch da die Gemeinschaft aus Individuen besteht, kann die Gemeinde nicht heilig sein, wenn der Einzelne es nicht ist. Paulus verwendet die Tempel-Metapher allgemein für alle Gläubigen überall (Eph 2,19–22). Petrus verbindet diese Heiligtum-Metapher mit einer organischen Nuance, indem er Gläubige als „lebendige Steine“ bezeichnet, die zu einem „geistlichen Haus“ zusammengebaut werden (1 Petr 2,4–8). Die Gemeinde soll heilig sein, weil sie der Wohnort Gottes auf der Erde ist; sie soll vereint sein, weil der Geist Gottes den lebendigen Steinen, die diesen Tempel bilden, sowohl innewohnt als sie auch zusammenbindet (man beachte die neutestamentlichen Ausdrücke „zusammenfügen“ und „mit aufgebaut“). Der Tempel Gottes ist „aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst Eckstein ist“ (Eph 2,20).

Aber selbst diesen Tempel dürfte ich so, wie ich bin, unter gar keinen Umständen betreten. Ich bin, von mir selbst aus betrachtet, schuldig, verlogen, meineidig. Bin ich also verflucht, in der Dunkelheit sitzen zu bleiben? Aber, und das ist das, was ich am christlichen Glauben so umwerfend finde, was so absolut einzigartig anders ist im Vergleich zu allen anderen Religionen: Durch Jesus, in Jesus bin ich genau so, wie David den würdigen beschreibt, der in den Tempel kommen darf. Gott hat sozusagen einen Filter geschaltet, wie ich ihn in Snapchat oder Instagram schalten kann. Der heißt dann aber nicht Glimmer oder Christmas, sondern Jesus, und Jesus nimmt alles, was nicht stimmt weg.
Und so gehöre ich zu denen, die vom Vater beschenkt werden, die Segen empfangen. Mit leeren Händen darf ich vor Gott stehen, ihm meinen Mangel, meine Not hinlegen, und er beschenkt. Vor allem schenkt er seine Gerechtigkeit. Ich darf recht sein.
Ich hab gerade die Frage gestellt: Wie öffne ich mein Herz? Indem ich Jesus einlade. Indem ich mich einbauen lasse in den Tempel, indem ich zum Vater komme: Hier bin ich.

… und dann wird es licht

Das beschreiben die letzten drei Verse dieses Psalms:
Psalm 24,7–10 BB
7 Ihr Tore des Tempels, seid hocherfreut! Ihr Türen der Urzeit, öffnet euch weit! Es kommt der König der Herrlichkeit! 8 Wer ist der König der Herrlichkeit? Es ist der Herr – er ist stark und mächtig! Es ist der Herr – er ist machtvoll im Kampf! 9 Ihr Tore des Tempels, seid hocherfreut! Ihr Türen der Urzeit, öffnet euch weit! Es kommt der König der Herrlichkeit! 10 Wer ist der König der Herrlichkeit? Es ist der Herr der himmlischen Heere. Er ist der König der Herrlichkeit! sela.
Genau das ist Advent, Ankunft des Königs! Der König kommt in sein Eigentum.
Die Ausleger sind sich bei dem Psalm nicht einig, ob das ein Lied ist, das immer dann gesungen wurde, wenn die Bundeslade in den Tempel zurückkehrt. Es gibt unter den Festen Israels keines, bei dem die Bundeslade das Allerheiligste im Tempel verlassen hätte. Es gab bloß dieses eine große Fest, das David gefeiert hat, als die Bundeslade in die Stiftshütte nach Jerusalem brachte. Wo David so tanzte, dass seine Frau Michal sich entsetzt abgewandt hat und ihn fragte, warum er sich vor dem Volk so zum Affen gemacht hat. Aber wie singt David: Ihr Tore des Tempels, seid hocherfreut! Es ist ein Grund zur Freude, zum Jubeln, wenn Gott kommt.
Ähnlich groß muss die Feier gewesen sein, als Salomo den Tempel endlich gebaut hat und die Bundeslade das Allerheiligste beziehen durfte. Da waren es dann nicht die Planen eines Zelts, da waren es dann Goldüberzogene Türflügel, die sich für Gott geöffnet haben. Und David lässt die Gemeinde der Israeliten über ihren himmlischen König jubeln!
Ich habe eine moderne Version dieses Psalmtextes dabei, die wir uns jetzt gerne mal gemeinsam anhören können:
https://open.spotify.com/track/6gI9FYRDsVXJCD8IbeaOy2?si=daed80b3e1114dec
Es ist der Herr, stark und mächtig. und das hört man in den Gitarrenriffs.
Wie ist der Herr bei dir in dein Leben eingezogen? Wenn ich an meine Bekehrung 1986 zurückdenke, da war schon was von diesem König der Herrlichkeit, von diesem Herrn, stark und mächtig. Ich kann mich an ein Feuer im Herzen erinnern.
Und wie sieht es heute aus? Ist es so, wie es jemand mal formuliert hat: Wenn die Christen erlöste Leute sind, warum sehen sie dann so oft so verbiestert aus?
Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über, das ist auch ein Sprichwort. Ich wünsche uns allen von tiefstem Herzen, dass uns Jesus, der König der Herrlichkeit, uns das Herz füllt. Dass die Freude seiner Gegenwart uns aus den Latschen haut. Dass wir Menschen sein können, die nicht nur Leuchten, sondern hell brennen für Jesus. Dass wir diesem König unsere Herzen öffnen. Wir sind Gottes Tempel. Wir sind seine Leute.
Wenn ich ihm mein Herz öffne, dann wird es Licht. Dann entzünde ich mein Leben an seinem ewigen Leben. Dann werde, dann bin ich Adventslicht in dieser Welt.
Denn eins ist sicher: Jesus wird kommen!
Amen.
Related Media
Related Sermons